Thursday, November 06, 2014
Echtzeithalle
Carl Orff Auditorium München
Herbstausgabe 25.10.14
T i n a K a r o l i n a S t a u n e r
Musikvideo-Installation im Foyer während der Pause:
Film aus "32 Short Films about Glenn Gould"
oder Figur im leeren Raum
Projektidee: Tina Karolina Stauner
Video: François Girard / Musik: Glenn Gould
und eine Improvisation von Massimo Falascone zu Glenn Gould und dem Short Film
www.echtzeithalle.de
Carl Orff Auditorium München
Herbstausgabe 25.10.14
T i n a K a r o l i n a S t a u n e r
Musikvideo-Installation im Foyer während der Pause:
Film aus "32 Short Films about Glenn Gould"
oder Figur im leeren Raum
Projektidee: Tina Karolina Stauner
Video: François Girard / Musik: Glenn Gould
und eine Improvisation von Massimo Falascone zu Glenn Gould und dem Short Film
www.echtzeithalle.de
Wednesday, November 05, 2014
Massimo Falascone - "Works 05-007-2008": Amerikanismen und Mediteranes im Sound
"Works 05-007-2008" ist eine Zusammenstellung von acht Musikstücken von Massimo Falascone zwischen 2005 und 2008 für unterschiedliche Projekte aufgenommen. Solo und aber auch mit anderen Musikern der Improvisations- und Free Jazz-Szene.
Falascone ist ein in Mailand lebender Musiker, hauptsächlich Saxophonist, der in diversen internationalen musikalischen Formationen aktiv ist.
"Works 05-007-2008" ist komponierte und improvisierte Musik. Alt- und Bariton-Saxophon, ipod und loop sampler von Falascone. Saxophonmelodien deutlich New York-inspiriert einerseits. Aber gleichzeitig nicht epigonenhaft sondern mit betont eigenem Charakter in Form und Inhalt. Und mit einem touch von einer Art Leichtigkeit und Helligkeit an Mediteranem, das neu in einem New York-orientierten Sound klingt . Es treffen zusammen Noisefragmente, Reality-Geräuschsplitter, Melodien, italienische und englische Wortfetzen im Mix. Bei "Ottovolante" hat Falascone mit dem San Franciscoer Bob Marsh und dessen Violine, Stimme und Electronics einen Klangraum entwickelt. "Discovery" inkludiert processing von Matteo Pennese. In "Che Senso Ha" fallen die Worte "it doesn't make sense" oft wiederholt betont eingebaut auf. Die ganzen Stücke sind im Grunde auch längere Parts so zersplittert, dass damit so gut wie auch Sinn zersplittert ist. Der dann allerdings in Massimo Falascones Linien am Saxophon wieder wunderhübsch aufzutauchen scheint. Atmosphärisch auf nicht rational erfassbarer Ebene mitten im Leben kommt das, was Sinn macht, explizit wieder in den Kontext. Und immer wieder sehr spielend mit Amerikanismen präsentiert sich Falascone, auch in der Interpretation der Komposition "Ericka" des Chikagoer Avantgarde-Jazzers Roscoe Mitchell.
www.massimofalascone.com
"Works 05-007-2008" ist eine Zusammenstellung von acht Musikstücken von Massimo Falascone zwischen 2005 und 2008 für unterschiedliche Projekte aufgenommen. Solo und aber auch mit anderen Musikern der Improvisations- und Free Jazz-Szene.
Falascone ist ein in Mailand lebender Musiker, hauptsächlich Saxophonist, der in diversen internationalen musikalischen Formationen aktiv ist.
"Works 05-007-2008" ist komponierte und improvisierte Musik. Alt- und Bariton-Saxophon, ipod und loop sampler von Falascone. Saxophonmelodien deutlich New York-inspiriert einerseits. Aber gleichzeitig nicht epigonenhaft sondern mit betont eigenem Charakter in Form und Inhalt. Und mit einem touch von einer Art Leichtigkeit und Helligkeit an Mediteranem, das neu in einem New York-orientierten Sound klingt . Es treffen zusammen Noisefragmente, Reality-Geräuschsplitter, Melodien, italienische und englische Wortfetzen im Mix. Bei "Ottovolante" hat Falascone mit dem San Franciscoer Bob Marsh und dessen Violine, Stimme und Electronics einen Klangraum entwickelt. "Discovery" inkludiert processing von Matteo Pennese. In "Che Senso Ha" fallen die Worte "it doesn't make sense" oft wiederholt betont eingebaut auf. Die ganzen Stücke sind im Grunde auch längere Parts so zersplittert, dass damit so gut wie auch Sinn zersplittert ist. Der dann allerdings in Massimo Falascones Linien am Saxophon wieder wunderhübsch aufzutauchen scheint. Atmosphärisch auf nicht rational erfassbarer Ebene mitten im Leben kommt das, was Sinn macht, explizit wieder in den Kontext. Und immer wieder sehr spielend mit Amerikanismen präsentiert sich Falascone, auch in der Interpretation der Komposition "Ericka" des Chikagoer Avantgarde-Jazzers Roscoe Mitchell.
www.massimofalascone.com
Thursday, September 25, 2014
Folkdays aren't over...
Inka Moods -A Porträt in Music mit u.a. den Musikern Martina Eisenreich, Wolfgang Lohmeier und Mulo Francel - Folklore und Magie des sagenumwobenen Inka Volkes
Die Komponistin, Violinistin und Produzentin Martina Eisenreich arbeitet für Theater, Hörspiel, Film und Fernsehen viel mit musikalischen Stimmungen und akustischen Landschaftsbildern. Sie mag Crossover aus klassischer Musik, Filmmusik, Weltmusik, Folk, Jazz und Rock. Daher fand sie die Idee sehr reizvoll, zusammen mit Wolfgang Lohmeier, Mulo Francel und weiteren Musikern und Bands wie Quadro Nuevo und Café del Mundo ein ganz persönliches Album mit Inka Moods zu schaffen. Eisenreich, die auch mit dem Martina Eisenreich Quartet veröffentlicht, ist die weibliche treibende Kraft des Inka-Projekts. Und der Percussionist Wolfgang Lohmeier teilt dazu mit: "Es inspiriert mich, einen musikalischen Raum mit der Magie fremder Völker zu verzaubern." Das ergibt bei Inka Moods ein Porträt des sagenumwobenen Inka Volkes. Fünftausend Kilometer entlang der Anden erstreckt sich das Inka-Reich in Südamerika. Zu entdecken gibt es aus dem musikalischen Kosmos dieser Kultur beispielsweise peruanische Volkslieder, chilenischen Gesang oder Flamenco Stimmung. Es geht um handgemachte Musik mit akustischen Instrumenten wie vor allem Saxophon, Viola, Violine, Indio-Flöte, Anden-Harfe, Charango und ein Sammelsurium Percussions. Die Inspiration für Inka Moods holten sich die beteiligten europäischen MusikerInnen bei Reisen durch Südamerika, schließlich waren auch eine ganze Reihe virtuoser Gastmusiker aus den Anden-Ländern bei dem Projekt dabei. Der Sound von Inka Moods ist Weltmusik mit so etwas wie Easy Listening Touch. Leichtigkeit umweht die Songs und es sind Vibes, die beim Hören auf den Rezipienten überspringen. Vielleicht könnte und sollte manches noch authentischer übertragen werden und also tiefgängiger sein. Um Kontakt mit der musikalischen Inka-Kultur aufzunehmen und sich inspirieren zu lassen, manches über Inka-Musik zu erfahren, eignet sich das Album Inka Moods jedenfalls mit seinem entspannenden südamerikanischen Flair.
Inka Moods -A Porträt in Music mit u.a. den Musikern Martina Eisenreich, Wolfgang Lohmeier und Mulo Francel - Folklore und Magie des sagenumwobenen Inka Volkes
Die Komponistin, Violinistin und Produzentin Martina Eisenreich arbeitet für Theater, Hörspiel, Film und Fernsehen viel mit musikalischen Stimmungen und akustischen Landschaftsbildern. Sie mag Crossover aus klassischer Musik, Filmmusik, Weltmusik, Folk, Jazz und Rock. Daher fand sie die Idee sehr reizvoll, zusammen mit Wolfgang Lohmeier, Mulo Francel und weiteren Musikern und Bands wie Quadro Nuevo und Café del Mundo ein ganz persönliches Album mit Inka Moods zu schaffen. Eisenreich, die auch mit dem Martina Eisenreich Quartet veröffentlicht, ist die weibliche treibende Kraft des Inka-Projekts. Und der Percussionist Wolfgang Lohmeier teilt dazu mit: "Es inspiriert mich, einen musikalischen Raum mit der Magie fremder Völker zu verzaubern." Das ergibt bei Inka Moods ein Porträt des sagenumwobenen Inka Volkes. Fünftausend Kilometer entlang der Anden erstreckt sich das Inka-Reich in Südamerika. Zu entdecken gibt es aus dem musikalischen Kosmos dieser Kultur beispielsweise peruanische Volkslieder, chilenischen Gesang oder Flamenco Stimmung. Es geht um handgemachte Musik mit akustischen Instrumenten wie vor allem Saxophon, Viola, Violine, Indio-Flöte, Anden-Harfe, Charango und ein Sammelsurium Percussions. Die Inspiration für Inka Moods holten sich die beteiligten europäischen MusikerInnen bei Reisen durch Südamerika, schließlich waren auch eine ganze Reihe virtuoser Gastmusiker aus den Anden-Ländern bei dem Projekt dabei. Der Sound von Inka Moods ist Weltmusik mit so etwas wie Easy Listening Touch. Leichtigkeit umweht die Songs und es sind Vibes, die beim Hören auf den Rezipienten überspringen. Vielleicht könnte und sollte manches noch authentischer übertragen werden und also tiefgängiger sein. Um Kontakt mit der musikalischen Inka-Kultur aufzunehmen und sich inspirieren zu lassen, manches über Inka-Musik zu erfahren, eignet sich das Album Inka Moods jedenfalls mit seinem entspannenden südamerikanischen Flair.
Tuesday, September 23, 2014
"Spuren der Polymetrik" mit Musikstücken des Autoren-Ensembles der Echtzeithalle in München am 07.07.14
10. Montagsgespräch 2014 durch die Echtzeithalle in Zusammenarbeit mit dem Musiklabor München & der Hochschule für Musik und Theater München im Carl Orff-Auditorium
Das Autoren-Ensemble und die Theorie "erweiterte Polymetrik"
Vorgestellt werden vier Klangbilder beim Montagsgespräch "Spuren der Polymetrik", das insgesamt schon der 320. Event dieser Montags-Reihe ist. Betont wird dabei auch Musik durch den Computer. Dieser wird als echtes Musik-Instrument bezeichnet und eingesetzt. Es spielt das seit drei Jahren existierende Autoren-Ensemble nit Dieter Trüstedt und Pure Data ergänzt durch Kontrabass, Horn und Klavier.
Wolf-Dieter Trüstedt nennt Polymetrik in der Musik als etwas sehr eingeschränktes und ergänzt deshalb den Begriff zu "erweiterte Polymetrik". Metrik wird auf alle Parameter der Musik angewendet. Also auf Phase, Puls, Tonhöhe, Lautstärke und Dauern. Trüstedt ist ausgebildeter Wissenschaftler und Forscher, der auch mit Musik umgeht. Polymetrisches gibt es genauso in der Natur, wie fallende Schneeflocken. Die Natur erkennen geht über die Mathematik. Und "die Natur ist vermutlich auch in der Zeit komplex, mehrschichtig, vielleicht gibt es viele Zeiten gleichzeitig, mehrere Zeitkoordinaten", wird im Montasgesprächsinfo gemutmaßt. Das Spiel der Polymetrik sei als Spiel mit vielen Zeitdimensionen und mit freien Stimmungen zu sehen und für den Computer gut geeignet, ist zu erfahren. Trüstedt errechnet , wenn er mit dem Lap-Top Musik kreiert. In der Musik verwendet Trüstedt den veralteten Begriff Polytempik nicht mehr. Grundsätzlich geht es ihm um die Suche nach dem Anderen. Um andere rhythmischen Gebilde etwa. Und eher um Gedanken und nicht um großartige Interpretationen."Die Tasten auf dem Klavier sind abendländisch, die Musik aber nicht", sagt er. Ein Vorbild für ihn ist Herrmann von Helmholtz. Und Trüstedt spielt außerdem auch das Chin-Instrument. Ihm ist Asiatisches nahe.
Vier Klangbilder von "Spuren der Polymetrik", die mit einem 12-stimmigen Akkord beginnen und scheinbar chaosartig enden
Beim Montagsgespräch "Spuren der Polymetrik" wird der Begriff Polymetrik auf alle Parameter eines Klangereignisses ausgeweitet. Theoretisch erklärt kann man sich 12 Metronome vorstellen, die nicht nur für den sich gleichmäßig wiederholenden Zeitpunkt eines Ereignisses zuständig sind, sondern für alle Klangparameter. Jeder Satz hat dabei eine andere Metrik der Pulse. Für die vier präsentierten Klangbilder gibt es vier Vorspiele durch den Computer, die mit einem 12-stimmigen Akkord beginnen, mit Tönen, die dann im Verlauf des Stücks auseinanderlaufen. Das Laptop-Spiel ist an die Tonhöhen gebunden. Horn, Klavier und Kontrabass können sehr frei handeln, agieren, interpretieren und improviieren. Das scheinbar Chaosartige, das dabei entsteht hat eine konkrete innere Puls-Struktur.
Die vier Klangbilder sind betitelt mit: "Goldener Schnitt", "Chromatik", "Eulerzahl" und "Kreiszahl". Nach jedem 60-sekundigen Vorspiel mit dem Compter und einer kurzen, aber expliziten Pause spielt das Autoren-Ensemble zum benannten Thema ein kleines Stück. Das Ergebnis ist ein 20-minütiges Gesamtstück, das durch unterschiedliche Stimmungen führt. Im Wechselspiel von vielen Stimmungslagen dominiert zu Beginn eher eine dumpf schemenhaft tieftonige Klangschicht Klangschicht mit melancholischer Grundeinstellung. Dann aber wird immer wieder auch lebhafterer, härter, kühnerer Rhythmus eingesetzt. Andererseits kann man fast Lamentierendes oder Klageähnliches wahrnehmen. Oder wiederum Hektik und Unruhe. Schließlich ortet man durchaus leichtherzig Jazziges bis Free Jazziges des abschließenden Parts. Man kann sich dem Ganzen zwar jeweils einzeln analysierend nähern, aber sich frei zuhörend und wahrnehmend durch die 20 Minuten Musik treiben zu lassen ist die schöne, intuitiv mögliche Seite der Aufführung und der gespielten vier Parts, auch wenn alles teils kühl errechnet ist. Der Gesamtcharakter des Ensembles, stark mitgeformt durch Klavier, Horn und Kontrabass, performt schließlich emotional Improvisatorisch. Für das Autorenensemble besteht für den Abend erst einmal das Konzept, miteinander geprobt wird vorher kaum. Die Musiker bezeichnen sich als aufeinander eingespielt durch Studioerfahrung. Beim Autoren-Ensemble versteht sich jeder der Musiker als Autor in eigener Sache, der seinen Part zur Musik eigenständig beim Spielen entwickeln kann. Es geht dabei um Dinge und Vorgehensweisen wie Verdichten, Tonveränderungen, verschiedene Sprachen auf einem Instrument, wie auch die Entwicklung vom Ton zum Geräusch. Alles schon als Teil der Musikgeschichte bekannt seit Luigi Russolo, aber beim Autoren-Ensemble in einem neuen, eigenen Konzept. Die Musiker kennen sich als Teil einer Musikszene, die mit Improvisation, Neuer Musik und Free Jazz kreativ umzugehen weiß schon seit 15 Jahren und sind sich ihrer Sache ziemlich sicher.
Polymetrik in der Musikgeschichte vor dem Autoren-Ensemble : Charles Ives, Iannis Xenakis, Conlon Nancarro, György Ligeti
Namhafte Komponisten befassten sich in früheren Zeiten schon mit der Polymetrik. Und sind natürlich auch Bezugspunkte für das Autoren-Ensemble. Charles Ives und Iannis Xenakis arbeiteten in ihrem Werk immer wieder auch polymetrisch. Von György Ligeti gibt es das polymetrische Stück "Poème Symphonique For 100 Metronomes", das als Klanginstalation in unterschiedlichen Aufführungen aufgebaut werden kann. Wolf-DieterTrüstedt sagt, dieses Stück entspreche durchaus auch seiner Arbeitsweise. Ligeti stellte sich also teils gleiche künstlerische Fragen wie Trüstedt. Auch Conlon Nancarrow spielte mit der Polymetrik. Seine »Studies For Player Piano« werden noch heute auf Selbstspielklavieren auf die Bühne gebracht. Das sind historische Instrumente, auch Pianolas genannt, die in Deutschland zu Phonolas wurden, und von in Papierrollen gestanzten Partituren, von Lochstreifen, gesteuert sind. Polymetrik wurde im Lauf der Musikgeschichte immer wieder von Komponisten eingesetzt. Auch in der Rockmusik gingen manche Musiker darauf ein, wie Robert Fripp von King Crimson. Das Autoren-Ensemble in München nutzt die gesamte musikgeschichtliche Kenntnis natürlich mit für sein Konzept "Spuren der Polymetrik".
(Anmerkung: Die Informationen und Theorien zur Polymetrik sind von Wolf-DieterTrüstedt)
www.echtzeithalle.de
veröffentlicht: www.kultura-extra.de
Friday, September 05, 2014
Über Freude, Traurigkeit, Hoffnung in ihrem Gefühlsleben singt Majke Voss Romme als Broken Twin: Lo-Fi, Reduktion, Minimalismus und liebevolle Kleinigkeiten und Details in mal melancholischen, mal optimistischen Liedern von "May"
Broken Twin, das ist die dänische Singer-Songwriterin Majke Voss Romme. Mit ihrem Debut "May" ist sie thematisch mitten im Frühling und gleichzeitig in der Melancholie, also textlich tendierend auch zu Herbst- und Winterstimmung. So sind Songs mit "Sun Has Gone" oder "River Raining" betitelt. Romme spielt Piano oder manchmal Gitarre und das vorzugsweise schlicht und reduziert. Sie achtet schätzend und liebevoll auf jede Kleinigkeit und alle Details. Und das auch bei ihren Musikinstrumenten. Eines ihrer Pianos stammt von einer alten Dame aus ihrer Heimatstadt. "I love old pianos – they always seem to have a story.”, erzählt Romme. Beim Gesang zu den Geschichten ihrer Lieder singt sie mit unterkühlter und doch gefühlvoller Stimme. Wie sie Trauriges und Frohes gleichermaßen verarbeiten kann, das stellt sie mit ihren höchst minimalistischen Songs musikalisch zur Schau. Sparsam ergänzt wird die Instrumentierung des Albums teilweise durch Streicher, Gitarre, Bass, Percussion auch von Mitmusikern. Alles ist Lo-Fi und reduktiv gehalten. Oft so Minimalistisch wie es geht, aber der Aussagekraft fehlt es dabei an nichts. Im Gegenteil. Rommes musikalisch perfekt gekonnter Minimalismus ist zwar manchmal geradezu spartanisch, aber das trotzdem voller Feeling. Produziert hat Romme selbst und abgemischt wurde teilweise von Ian Caple, den man von Tindersticks and Tricky kennt. Majke Voss Romme lässt wissen: “Of course I like different kinds of music, but I’ve always been attracted by simplicity and music that has a melancholic vibe. It just seems to resonate with me.” Inspirierende Vorbilder sind für Romme z.B. Bill Callahan, Nico, Lou Reed und Stina Nordenstam. Die Singer-Songwriterin kommt bei "May" aber völlig eigenständig zu poetischen und realistischen Aussagen. Mal über Trauriges, mal über Hoffnungsvolles. "Spring is a time when everything is changing. It's a hopeful season," sagt Romme. Vielleicht ist bei ihr aber alles eher ein Wintertraum. Und auch Live sind Broken Twin zu hören, das in der Besetzung Majke Voss Romme mit Under Byen und Nils Gröndahl.
Broken Twin
"May"
brokentwin.com
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
veröffentlicht: www.melodiva.de
Friday, August 15, 2014
Sarah Schrifts Maler- und Musikerinspiration: die Folkmusikerin Joni Mitchell mit einem Selbstporträt
Understatement, Natürlichkeit, Ungeschliffenheit, Echtheit - Das Akustik-Trio The Sours
Musik vom New Yorker Akustik-Trio The Sours klingt auf erfrischend einfache und unprätentiöse Weise nach mehr als bloß hübschem Beiwerk. The Sours berühren mit Understatement, Natürlichkeit und Ungeschliffenheit. Auf menschliches Gefühl und Echtheit wird stärker Wert gelegt als auf technische Produktion. Sanfte Annäherungen und leise Eindringlichkeit sind ihnen näher als alles Laute, Großartige, Überrumpelnde und Spektakuläre. Ihre Songs sind eher für klarsichtige und ungeschwätzige Menschen als für übertreibende und gesprächige Prahler. Das ist sympathisches Songwriting vielleicht auch einfach nur so profan für's Alltägliche.
The Sours sind Sarah Schrift, Sasha Markovic und Kana Momitsubo. Das Trio siedelt sich mit liebenswerten, manchmal leicht ironischen Songs an in der Verwandtschaft eines der Vorbilder Joni Mitchell. Präsentiert werden sparsam höchstens mit zwei Gitarren und einem Piano begleitete Songs. Die Lyrics als Mitteilungen aus dem Leben der drei New Yorker Musikerinnen und Musiker entstehen aus allen möglichen Lebensbeobachtungen. Mit klarer Stimmme und Gitarre ist Sarah Schrift Hauptinitiatorin von The Sours. Schrift veröffentlicht zudem als bildende Künstlerin auch in Galerien und nicht nur auf Coverdesign.
The Sours
"The Sours"
(Zoze Music/Moonjune Records)
Und der Symbolist Odilon Redon als eine der Künstlerinspirationen für Sarah Schrift von The Sours.
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
veröffentlicht: www.melodiva.de
Understatement, Natürlichkeit, Ungeschliffenheit, Echtheit - Das Akustik-Trio The Sours
Musik vom New Yorker Akustik-Trio The Sours klingt auf erfrischend einfache und unprätentiöse Weise nach mehr als bloß hübschem Beiwerk. The Sours berühren mit Understatement, Natürlichkeit und Ungeschliffenheit. Auf menschliches Gefühl und Echtheit wird stärker Wert gelegt als auf technische Produktion. Sanfte Annäherungen und leise Eindringlichkeit sind ihnen näher als alles Laute, Großartige, Überrumpelnde und Spektakuläre. Ihre Songs sind eher für klarsichtige und ungeschwätzige Menschen als für übertreibende und gesprächige Prahler. Das ist sympathisches Songwriting vielleicht auch einfach nur so profan für's Alltägliche.
The Sours sind Sarah Schrift, Sasha Markovic und Kana Momitsubo. Das Trio siedelt sich mit liebenswerten, manchmal leicht ironischen Songs an in der Verwandtschaft eines der Vorbilder Joni Mitchell. Präsentiert werden sparsam höchstens mit zwei Gitarren und einem Piano begleitete Songs. Die Lyrics als Mitteilungen aus dem Leben der drei New Yorker Musikerinnen und Musiker entstehen aus allen möglichen Lebensbeobachtungen. Mit klarer Stimmme und Gitarre ist Sarah Schrift Hauptinitiatorin von The Sours. Schrift veröffentlicht zudem als bildende Künstlerin auch in Galerien und nicht nur auf Coverdesign.
The Sours
"The Sours"
(Zoze Music/Moonjune Records)
Und der Symbolist Odilon Redon als eine der Künstlerinspirationen für Sarah Schrift von The Sours.
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
veröffentlicht: www.melodiva.de
Wednesday, August 13, 2014
New-Old-Music aus der Country-Szene mit The Carper Family
Astreinen Bluegrass bieten The Carper Family. Auf "Old-Fashiond Gal", ihrem zweiten Album, haben sie wieder einen gelungenen Song nach dem anderen parat. Die seit vier Jahren existierende The Carper Family sind namentlich Melissa Carper (Upright Bass), Beth Chrisman (Fiddle), and Jenn Miori (Gitarre). Die drei Musikerinnen haben ihren Bluegrass in old-fashioned Country-Tradition diesmal von Billy Lee Myers und insbesondere Dobro und Steel Gitarristin Cindy Cashdollar coproduzieren lassen. Diese kooperierte u.a. schon mit Bekanntheiten wie Bob Dylan, Asleep At The Wheel und Ryan Adams. Wirklich großartige Arbeit wurde für "Old-Fashioned Gal" getan. Ein Songjuwel nach dem anderen eingespielt. The Carper Family beherrschen Instrumente und Harmoniegesang und sie müssen swingenden Country, Old-Time-Music, Bluegrass lieben, sonst würden sie nicht so authentisch und perfekt klingen. Schöner als von The Carper Family geht kaum. Außer den Eigenkompositionen sind Stücke von Neil Young, Larry Sparks und Floyd Tillman auf der CD und beteiligt haben sich Gastmusiker wie Bill Kirchen, Brennen Leigh und Lisa Pankratz. Neben Old-Country gibt es diesen erstklassigen, als New-Old-Music bereichneten aktuellen Bluegrass. bestens repräsentiert von den Musikerfrauen von The Carper Family und einigen Musikerkollegen.
www.carperfamilyband.com
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
veröffentlicht: www.melodiva.de
Tuesday, August 12, 2014
Norwegens Jazzszene mit sPacemoNkey, Moskus und 1982
Experimentelle und romantizistische Klänge von sPacemoNkey
Verankert zwischen Tradition und Experiment ist das sPacemoNkey-Duo, ein Project von Morten Qvenild (Piano) und Gard Nilssen (Schlagzeug), wie ein musikalisch seltsam kapriziöses Ding im Meer der Improvisation. Vorsichtig Zartes ertastend bis hin zu mutig chaotisch Wildes bauend bieten die beiden norwegischen Musiker auf ihrem Debut "The Karman Line" avantgardistische Soundgefüge, geformt wie futuristische Raumschiffe oder auch manchmal wie einfache Boote des Musikkosmos des Free Jazz, der Improvistion und der Neuen Musik. Über ein Jahrzehnt sind die zwei Musiker schon in diversen Bands aktiv. Morten Qvenild geörte zu In the Country, Shining, Jaga Jazzist, Trinity, and Susanna and the Magical Orchestra und Gard Nilssen zu Bushman’s Revenge, Astro Sonic, Puma, The Trondheim Jazz Orchestra and Susanne Sundfør’s Band. "The Karman Line" hat das Avant-Duo sPacemoNkey im Propeller Studio in Oslo und im Duper Studio in Bergen erarbeitet zusammen mit Jørgen Træen. Die poetische Welt der Musiker aus verspielt Phantastischem im frei Improvisatorischen treibend verbindet romantizistische und (post-)postmoderne Elemente und Momente zu merkwürdig hübschen Klang-Tracks betitelt etwa mit "Aeronautics", "Darkness" oder "Landing Day".
Holprig modern-jazzig-minimalistisches von Moskus
Mit "Mestertyven" ("Master Thief") hat das norwegische Free Jazz-Trio Moskus sein zweites Album veröffentlicht. Anja Lauvdal (Piano), Fredrik Luhr Dietrichson (Bass) und Hans Hulbækmo (Schlagzeug) nahmen nicht in Oslo im Studio sondern im Holzbau der Risør Church auf. Und nicht der Flügel sondern ein Upright-Piano prägen den Sound des Trios. Wie in einem Club oder einem Café gespielt wirken die von Anja Lauvals Piano geprägten und dominierten Musikstücke. Erinnerungen an die Zeiten des Modern Jazz mit Thelonious Monk scheinen aufzutauschen in holprig rauen, repetetiv rhythmischen Strukturen und mit Elementen der Minimal Music versehenen Improvisationsstücken von Moskus und deren höchst eigenwilligerm Jazz.
Sonderbar Kammermusikalisches von 1982
Das norwegische Trio 1982, bestehend aus den Musikern Nils Økland (Fiddle, Violine, Stimme), Sigbjørn Apeland (Harmonium, Piano) and Øyvind Skarbø (Schlagzeug, Percussion), kooperierte für das Album "A/B" teils mit einer ergänzenden Bläserformation. A und B des Titelnamens stehen für die beiden Seiten einer Langspielplatte. Für die erste Seite ist ein knapp 20-minütiges Stück mit Bläsern vorgesehen. Sonderbar träge, abgehobene Neue Kammermusik in Jazzgefielden, die wie ein Soundtrack wirkt. Diverse kürzere Stücke des Trios bedeuten die zweite Seite. Diese fällt prog-rock-jazzig und kammermusikalisch-folkig aus und gebiert sich kurios und tranceartig. Eine Märchenwelt für alle möglichen sonderbaren Tagträumer, Nachtschwärmern und Ästhetizisten lässt 1982 entstehen, die im Zeitlosen tatsächlich ein Zuhause zu haben scheint in eigenartigen Dörfern, Städten und Landschaften oder vielleicht auch nur der Fantasie.
sPacemoNkey
"The Karman Line"
Moskus
"Mestertyven"
1982
"A/B"
(Hubro)
hubromusic.com
veröffentlicht: kultura-extra
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
Experimentelle und romantizistische Klänge von sPacemoNkey
Verankert zwischen Tradition und Experiment ist das sPacemoNkey-Duo, ein Project von Morten Qvenild (Piano) und Gard Nilssen (Schlagzeug), wie ein musikalisch seltsam kapriziöses Ding im Meer der Improvisation. Vorsichtig Zartes ertastend bis hin zu mutig chaotisch Wildes bauend bieten die beiden norwegischen Musiker auf ihrem Debut "The Karman Line" avantgardistische Soundgefüge, geformt wie futuristische Raumschiffe oder auch manchmal wie einfache Boote des Musikkosmos des Free Jazz, der Improvistion und der Neuen Musik. Über ein Jahrzehnt sind die zwei Musiker schon in diversen Bands aktiv. Morten Qvenild geörte zu In the Country, Shining, Jaga Jazzist, Trinity, and Susanna and the Magical Orchestra und Gard Nilssen zu Bushman’s Revenge, Astro Sonic, Puma, The Trondheim Jazz Orchestra and Susanne Sundfør’s Band. "The Karman Line" hat das Avant-Duo sPacemoNkey im Propeller Studio in Oslo und im Duper Studio in Bergen erarbeitet zusammen mit Jørgen Træen. Die poetische Welt der Musiker aus verspielt Phantastischem im frei Improvisatorischen treibend verbindet romantizistische und (post-)postmoderne Elemente und Momente zu merkwürdig hübschen Klang-Tracks betitelt etwa mit "Aeronautics", "Darkness" oder "Landing Day".
Holprig modern-jazzig-minimalistisches von Moskus
Mit "Mestertyven" ("Master Thief") hat das norwegische Free Jazz-Trio Moskus sein zweites Album veröffentlicht. Anja Lauvdal (Piano), Fredrik Luhr Dietrichson (Bass) und Hans Hulbækmo (Schlagzeug) nahmen nicht in Oslo im Studio sondern im Holzbau der Risør Church auf. Und nicht der Flügel sondern ein Upright-Piano prägen den Sound des Trios. Wie in einem Club oder einem Café gespielt wirken die von Anja Lauvals Piano geprägten und dominierten Musikstücke. Erinnerungen an die Zeiten des Modern Jazz mit Thelonious Monk scheinen aufzutauschen in holprig rauen, repetetiv rhythmischen Strukturen und mit Elementen der Minimal Music versehenen Improvisationsstücken von Moskus und deren höchst eigenwilligerm Jazz.
Sonderbar Kammermusikalisches von 1982
Das norwegische Trio 1982, bestehend aus den Musikern Nils Økland (Fiddle, Violine, Stimme), Sigbjørn Apeland (Harmonium, Piano) and Øyvind Skarbø (Schlagzeug, Percussion), kooperierte für das Album "A/B" teils mit einer ergänzenden Bläserformation. A und B des Titelnamens stehen für die beiden Seiten einer Langspielplatte. Für die erste Seite ist ein knapp 20-minütiges Stück mit Bläsern vorgesehen. Sonderbar träge, abgehobene Neue Kammermusik in Jazzgefielden, die wie ein Soundtrack wirkt. Diverse kürzere Stücke des Trios bedeuten die zweite Seite. Diese fällt prog-rock-jazzig und kammermusikalisch-folkig aus und gebiert sich kurios und tranceartig. Eine Märchenwelt für alle möglichen sonderbaren Tagträumer, Nachtschwärmern und Ästhetizisten lässt 1982 entstehen, die im Zeitlosen tatsächlich ein Zuhause zu haben scheint in eigenartigen Dörfern, Städten und Landschaften oder vielleicht auch nur der Fantasie.
sPacemoNkey
"The Karman Line"
Moskus
"Mestertyven"
1982
"A/B"
(Hubro)
hubromusic.com
veröffentlicht: kultura-extra
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
Monday, August 11, 2014
Folkdays aren't over...Höchste Versiertheit und Einfühlsamkeit auf der Gitarre - Richard Thompson mit "Acoustic Classics"
Nach dem Album "Electric", das Richard Thompson 2013 mit seinem Electric Trio veröffentlichte, folgt nun solo und völlig akkustisch eingespielt"Accoustic Classics". "I really wanted to have something that would reflect the acoustic shows," kommentiert Thompson diese CD mit neu aufgenommenen alten Songs zur akustischen Gitarre, herausgebracht auf seinem eigenen Label Beeswing. Aus seiner über 40-jährigen Musikerzeit stammen die erlesenen Songperlen des Folk und Folkrock. Der in London und LA lebende gebürtige Engländer Thompson, einst Fairport Convention-Gründer vor seiner Solo-Karriere, ist ein exzellenter Gitarrist. Er ist einer der besten vielleicht. Thompson, der akustische und elektrische Gitarre gleichermaßen einzigartig spielen kann, featured Klassiker früherer Alben und legendäre Songs seiner Musikerjahre auf "Acoustic Classics". Mit seiner warmen, eindringlichen Stimme, die er im entscheidenden Moment auch schneidend werden lassen kann, trägt der 65-jährige Geschichten vor, die in der Songwriting-Tradition der Qualität eines Bob Dylan nicht nachstehen. Und Thompson ist dabei auf der akustischen Gitarre an Versiertheit und Einfühlsamkeit kaum zu übertreffen. Das zeigt das bekannte "I Want To See The Bright Lights Tonight" genauso wie "Walking On A Wire", "One Door Opens" oder "Valerie". In den vergangenen Jahrzehnten arbeitete Richard Thompson für seine Platten einige Zeit mit seiner Frau Linda zusammen und mit Musikern wie John French, Henry Kaiser, Fred Frith oder Danny Thompson. "Acoustic Classics" nun präsentiert Thompson pur in kaum zu übertreffenden Weise. Das Album ist reine, hochkarätige Ware. Thompsons Stimme und seine Gitarre gehören zum Allerfeinsten überhaupt in der Folk- und Rock-Tradition und -Geschichte.Genießend wissen das seine Langzeit-Fans. Und wer ihn gerade bewußt entdeckt, kann mit dieser jüngsten Veröffentlichung bestens in den Thompson-Songwriting-Kosmos einsteigen.
Richard Thompson
"Acoustic Classics"
(Beeswing/Proper)
www.richardthompson-music.com
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
Nach dem Album "Electric", das Richard Thompson 2013 mit seinem Electric Trio veröffentlichte, folgt nun solo und völlig akkustisch eingespielt"Accoustic Classics". "I really wanted to have something that would reflect the acoustic shows," kommentiert Thompson diese CD mit neu aufgenommenen alten Songs zur akustischen Gitarre, herausgebracht auf seinem eigenen Label Beeswing. Aus seiner über 40-jährigen Musikerzeit stammen die erlesenen Songperlen des Folk und Folkrock. Der in London und LA lebende gebürtige Engländer Thompson, einst Fairport Convention-Gründer vor seiner Solo-Karriere, ist ein exzellenter Gitarrist. Er ist einer der besten vielleicht. Thompson, der akustische und elektrische Gitarre gleichermaßen einzigartig spielen kann, featured Klassiker früherer Alben und legendäre Songs seiner Musikerjahre auf "Acoustic Classics". Mit seiner warmen, eindringlichen Stimme, die er im entscheidenden Moment auch schneidend werden lassen kann, trägt der 65-jährige Geschichten vor, die in der Songwriting-Tradition der Qualität eines Bob Dylan nicht nachstehen. Und Thompson ist dabei auf der akustischen Gitarre an Versiertheit und Einfühlsamkeit kaum zu übertreffen. Das zeigt das bekannte "I Want To See The Bright Lights Tonight" genauso wie "Walking On A Wire", "One Door Opens" oder "Valerie". In den vergangenen Jahrzehnten arbeitete Richard Thompson für seine Platten einige Zeit mit seiner Frau Linda zusammen und mit Musikern wie John French, Henry Kaiser, Fred Frith oder Danny Thompson. "Acoustic Classics" nun präsentiert Thompson pur in kaum zu übertreffenden Weise. Das Album ist reine, hochkarätige Ware. Thompsons Stimme und seine Gitarre gehören zum Allerfeinsten überhaupt in der Folk- und Rock-Tradition und -Geschichte.Genießend wissen das seine Langzeit-Fans. Und wer ihn gerade bewußt entdeckt, kann mit dieser jüngsten Veröffentlichung bestens in den Thompson-Songwriting-Kosmos einsteigen.
Richard Thompson
"Acoustic Classics"
(Beeswing/Proper)
www.richardthompson-music.com
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
Tuesday, July 22, 2014
Die aus New Orleans stammende Sängerin und Gitarristin Mary Gauthier hat gerade mit "Trouble & Love" ein wunderschönes Album eingespielt. Als Teenager war sie ein selbstzerstörerischer aber lebenshungriger Drop-Out. Und schaffte es dann auch wundersamerweise doch bis zur Restaurantbesitzerin. Nach dieser Lebensphase wurde sie als Songwriterin bekannt und mit ihrem Liedgut dem Country Noire zugeschrieben. Mit Mitte 30 Jahren hatte Gauthier erst ihren ersten Song geschrieben. Gerade hat Patrick Granado die über 50-jährige als Produzent bei "Trouble & Love" unterstützt. "For me, love has been a real challenge", sagt Marry Gauthier. Und auch die Liebe zur Folk- und Countymusik ist bei ihr mit jedem ihrer Songs zu spüren. Gauthier trägt ihre Lieder mit warmer, selbstbewusst-tiefgründiger Stimme vor und spielt eine souveräne akkustische Gitarre. Für "Trouble & Love" hat sie kongeniale Begleitmusiker wie Guthrie Trapp, Viktor Krauss und Lynn Williams um sich geschart und hat wie immer Geschichten verfasst, die ihr wohl eigentlich das um sich geschart und hat wie immer Geschichten verfasst, die ihr wohl eigentlich das Leben geschrieben hat. Dass es andere Werte als oberflächlichen Konsum und Kommerz gibt, will Mary Gauthier vermutlich gerne erreichen. Und ihr Problembewusstsein spiegelt sich in ihrem bisherigen Werk wider, das nicht nur private, sondern auch gesellschaftliche Aspekte aufgreift.
www.marygauthier.com
Mary Gauthier
"Trouble & Love"
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Monday, July 21, 2014
Larkin Poe tendieren nun mit "Kin" fast enttäuschend zu etwas glattem Rocksound
Rebecca von Larkin Poe informiert zu ihre erste CD "Kin": "Kin is the first Larkin Poe album, where we were able to bring a bit more of our stage show into the studio and capture some grittier, edgier stuff. We can rock-out on guitars...We let our freak flag fly a little higher." Kin" ist nur etwas zu glatt und einfach rockig geraten. Nachdem ich die beiden Schwestern Rebecca & Megan Lovell bereits vor einiger Zeit live bei einer recht hübschen, kapriziösen Show mit Höhen und Tiefen beobachtete und mich auch ihre kürzliche Scheibe mit Thom Hell überzeugte, ist "Kin" nun doch nicht ganz so meine Sache. Es wurde zwar professionell produziert, aber eben auch etwas zu rein rocklastig von Chris Seefried in Los Angeles und Damien Lewis in Atlanta.
Über klassische Musik ausgebildet und mit Bluegrass in die Musikszene gekommen waren die Lovells danach überzeugend independent mit ihren live-Projekten und Veröffentlichungen und mit Ihrem ungemeinen Charme mit girlhaftem Alt-Country in Verbindung mit Rock. Mit dem Plattenvertrag nun ist der Larkin Poe-Sound auch mit etwas Enttäuschung verbunden. Sie sagen, dass sie ihre Authentizität wollen, beginnen sie aber gleichzeitig etwas zu verlieren in einem perfekten Rocksound, wie ihn viele bieten. Die Lovells nennen ihre Musik "roots-rock'n'soul". Doch so beseelt klingen die Songs nicht, sondern einfach nur könnerhaft eingespielt mit Bandergänzung. Sicher beherrscht Megan Lovell ihre lapsteel, doch ihre anfängliche Eigenwilligkeit kommt ihr über Versiertheit auch etwas abhanden. "Kin" ist Rock, wie von diversen anderen Bands auch. Aber immerhin eine kraftvolle Rockscheibe einer von Frauen greprägten Band und mit einer stark gespielten lapsteel guitar.
www.larkinpoe.com
Larkin Poe
"Kin"
HP Music
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
Wednesday, July 09, 2014
Wednesday, June 25, 2014
Folkdays aren't over - Rückblick auf Songwriting-Veröffentlichungen von Frauen der eigenwilligsten Art: Tish Hinojosa, Luai, Nataly Dawn und ihre jüngsten Veröffentlichungen
Songperlen vom Allerfeinsten von Tish Hinojosa
Die Fähigkeit zum Schreiben wunderschönster Songs hat die Amerikanerin mexikanischer Herkunft Tish Hinojosa schon immer. Manchmal bis zur Perfektion. Wie diesmal. In ihre Mixtur aus mexikanischem Folk und Singer-Songwriter-Pop hat sie eine ganze Menge gespielte Naivität mit eingebaut. Gleich die beiden ersten Songs der neuen CD "After The Fair" sind ein Inbegriff an Hübschheit und lassen trotzdem auch an Substanziellem nicht missen. "...In this city where I am / Every now and then / I have to bite my tongue / 'Cause I'm feeling / That I don't belong..." ("Cobblestones") Tish Hinojosa lebte längere Zeit in Hamburg und in Berlin wurde nun "After The Fair" aufgenommen. Moe Jaksch hat produziert und auch als einer der prägenden Musiker mitgewirkt. Die annähernd 60-jährige Tish Hinojosa scheint musikalisch irritierend jugendlich und unverbraucht und macht also Nachfolgegenerationen vor, wie erstklassiges Songwriting geht. Singt Hinojosa spanisch ist sie immer dem Traditionsverbunden recht nah. Ihre englischsprachigen Songs hingegen sind nicht selten entdeckenswert reizende Perlen der Popmusik. Joan Baez und Kris Kristofferson, mit denen sie unter anderem auch zusammenarbeitete, sind zwar verwandte Seelen im Country, den Hinojosa durchaus auch verinnerlicht hat. Doch ist Hinojosa dem Pop oft einen guten Touch näher. Und nie gerät sie dabei in zu seichte Gewässer. Die Sängerin und Gitarristin Tish Hinojosa bietet souveränes Songwriting vom Allerfeinsten. Zudem widmet sie sich auch politischen und sozialen Themen und erhielt so schon eine Einladung von namhaften Politikern wie den Clintons.
Wachträume als Folksongs von Luai
Da hält sich offensichtlich ein unbekleidetes weibliches (oder androgynes?) Wesen tagträumend mit geschlossenen Augen über Wasser in einer merkwürdigen Siedlung in der die ganzen Straßen überflutet sind und dürre Rauch-Zweige von Kaminen aus in den Himmel emporstreben. Jedenfalls auf dem gezeichneten Coverdesign von "Boulder Thicket", der aktuellen Veröffentlichung von Luai. Luai ist die Finnin Saara Markkanen zusammen mit Mitmusikern.
Auf "Boulder Thicket" hört man fragile und spröde Folkmusik. Zwar wie man sie immer wieder von allen möglichen mehr oder weniger interessanten Leuten angeboten bekommt. Doch: Luai ist eine herausragende Ausnahmeerscheinung. Es gibt Momente, da möchte man fast an Nick Drake denken. Introspektiv versponnen oder auch verhalten swingend klingen die Songs von Luai. Hübsch und manchmal leicht schräg. Und jeden Moment wie kleine Kostbarkeiten. Luais Lieder konnten mich vom ersten Kontakt an in den Bann ziehen.
Saara Markkanen lebt derzeit in Berlin und spielt erst seit einigen Jahren akustische Gitarre, was sie sich einfach beim Songschreiben beigebracht hat. Die Lyrics handeln von Befindlichkeiten. So etwas verarbeiten auch andere Musiker zu Stücken, aber nicht immer so schwebend schön wie bei Luai. Markkanen schreibt über nebensächliche Kleinigkeit oder große Gefühle gleichermaßen. Klingt dabei altklug naiv. Weiß beispielsweise etwas über Einsamkeit: "...I knew how to give / but not to receive / Lonely as alone can be / I am full of empty sounds laying around / Lonely as alone can be." ("Lonely As Alone Can Be") Oder etwas, das mit dem Coverbild korrespondiert: "...too much of everything / enough of nothing / I stand still as the rivers flow by / In the middle of it all I forgot to ask why // I travelled far to meet all my tomorrows / only one greeting me was my past / running away from all the sorrow / I travelled far and I travelled fast..." ("Nobody Is An Island") Und weiß noch vieles mehr zu berichten. Das zu akustischer Gitarre, Bass, Perkussion, Piano, Cello und Holzblasinstrumenten erzählt wird. Luai ist ganz sicher etwas Besonderes im Meer des Songwriting.
Songwriting kokett und oldschool-mäßig -von Nataly Dawn
Nataly Dawn schreibt ganz amerikanisch Oldschool-haft als Songwriterin und nimmt klassisch mit Band in einem Raum auf. Dawn ist aber eine junge Frau, die in Frankreich aufwuchs, dann in den USA ein Universitätsstudium Kunst und Literatur absolvierte. "How I Knew Her" ist ihr zweites Soloalbum. Der Sound ihrer Band verweist auf die grobkörnige Unmittelbarkeit traditioneller Folkmusik mit bluesigen Einsprengseln. Dawn wirkt wie college gratuated einerseits, streetwise andererseits. Eine spannungsgeladene Mischung. Dawns Stimme ist kraftvoll bissig, mal hell mal dunkel, und sie gibt sich dabei teils auch kokett sophisticated und spielerisch smart. "How I Knew Her" klingt oft ein bißchen nach Aufnahmen von Sam Phillips, was keineswegs nachteilig ist. Vermutlich hat Dawn auch einige Ahnung von der Songwriterszene in Los Angeles. In Kalifornien lebt sie derzeit. In Dawns exzellenter Band fällt prägend der Gitarrensound auf. E-Gitarrist ist Ryan Lerman. Man findet ihn auch an Banjo und Mandoline. Dawn selber spielt auf der CD akustische Gitarre und einmal Piano. Die Gitarrenarbeit von Lerman und Dawn wird immer wieder stark rhythmisch und kantig. Das Backing von Louis Cole und Matt Chamberlain am Schlagzeug ist sparsam, eckig und klar, der Standbass von David Pitch ruhig und warm. Manche Songpassagen betonen Streicher und Bläser. Die Instrumentalisten der Band arbeiten außer mit Dawn mit namhaften Musikern wie z.B. Bill Frisell, Bonnie Raitt oder K.D. Lang zusammen. Dawn und Band sind sich ihrer musikalischen Präsenz spürbar sicher. Man höre sich nur mal "Back To The Barracks", "Caroline" oder "Please Don't Scream" an. Nataly Dawn entstammt dem Duo Pomplamoose, das sie vor ihren Soloveröffentlichungen mit Jack Conte zusammen formierte. Beide begannen 2008 independent über das Internet. Conte hat das vielversprechende "How I knew Her" produziert. Das in den Prairie Sun Studios in Cotati in Kalifornien aufgenommen wurde, wo zuvor einige von Dawn's Lieblingsalben von Tom Waits entstanden waren. Und sehr eigenwilligen Charakter zeigt entsprechend auch Nataly Dawn.
Tish Hinojosa
"After The Fair"
www.mundotish.com
Luai
"Boulder Thicket"
www.saaramaija.tumblr.com
Nataly Dawn
"How I Knew Her"
www.natalydawn.tumblr.com
veröffentlicht: www.aurora-magazin.at
Songperlen vom Allerfeinsten von Tish Hinojosa
Die Fähigkeit zum Schreiben wunderschönster Songs hat die Amerikanerin mexikanischer Herkunft Tish Hinojosa schon immer. Manchmal bis zur Perfektion. Wie diesmal. In ihre Mixtur aus mexikanischem Folk und Singer-Songwriter-Pop hat sie eine ganze Menge gespielte Naivität mit eingebaut. Gleich die beiden ersten Songs der neuen CD "After The Fair" sind ein Inbegriff an Hübschheit und lassen trotzdem auch an Substanziellem nicht missen. "...In this city where I am / Every now and then / I have to bite my tongue / 'Cause I'm feeling / That I don't belong..." ("Cobblestones") Tish Hinojosa lebte längere Zeit in Hamburg und in Berlin wurde nun "After The Fair" aufgenommen. Moe Jaksch hat produziert und auch als einer der prägenden Musiker mitgewirkt. Die annähernd 60-jährige Tish Hinojosa scheint musikalisch irritierend jugendlich und unverbraucht und macht also Nachfolgegenerationen vor, wie erstklassiges Songwriting geht. Singt Hinojosa spanisch ist sie immer dem Traditionsverbunden recht nah. Ihre englischsprachigen Songs hingegen sind nicht selten entdeckenswert reizende Perlen der Popmusik. Joan Baez und Kris Kristofferson, mit denen sie unter anderem auch zusammenarbeitete, sind zwar verwandte Seelen im Country, den Hinojosa durchaus auch verinnerlicht hat. Doch ist Hinojosa dem Pop oft einen guten Touch näher. Und nie gerät sie dabei in zu seichte Gewässer. Die Sängerin und Gitarristin Tish Hinojosa bietet souveränes Songwriting vom Allerfeinsten. Zudem widmet sie sich auch politischen und sozialen Themen und erhielt so schon eine Einladung von namhaften Politikern wie den Clintons.
Wachträume als Folksongs von Luai
Da hält sich offensichtlich ein unbekleidetes weibliches (oder androgynes?) Wesen tagträumend mit geschlossenen Augen über Wasser in einer merkwürdigen Siedlung in der die ganzen Straßen überflutet sind und dürre Rauch-Zweige von Kaminen aus in den Himmel emporstreben. Jedenfalls auf dem gezeichneten Coverdesign von "Boulder Thicket", der aktuellen Veröffentlichung von Luai. Luai ist die Finnin Saara Markkanen zusammen mit Mitmusikern.
Auf "Boulder Thicket" hört man fragile und spröde Folkmusik. Zwar wie man sie immer wieder von allen möglichen mehr oder weniger interessanten Leuten angeboten bekommt. Doch: Luai ist eine herausragende Ausnahmeerscheinung. Es gibt Momente, da möchte man fast an Nick Drake denken. Introspektiv versponnen oder auch verhalten swingend klingen die Songs von Luai. Hübsch und manchmal leicht schräg. Und jeden Moment wie kleine Kostbarkeiten. Luais Lieder konnten mich vom ersten Kontakt an in den Bann ziehen.
Saara Markkanen lebt derzeit in Berlin und spielt erst seit einigen Jahren akustische Gitarre, was sie sich einfach beim Songschreiben beigebracht hat. Die Lyrics handeln von Befindlichkeiten. So etwas verarbeiten auch andere Musiker zu Stücken, aber nicht immer so schwebend schön wie bei Luai. Markkanen schreibt über nebensächliche Kleinigkeit oder große Gefühle gleichermaßen. Klingt dabei altklug naiv. Weiß beispielsweise etwas über Einsamkeit: "...I knew how to give / but not to receive / Lonely as alone can be / I am full of empty sounds laying around / Lonely as alone can be." ("Lonely As Alone Can Be") Oder etwas, das mit dem Coverbild korrespondiert: "...too much of everything / enough of nothing / I stand still as the rivers flow by / In the middle of it all I forgot to ask why // I travelled far to meet all my tomorrows / only one greeting me was my past / running away from all the sorrow / I travelled far and I travelled fast..." ("Nobody Is An Island") Und weiß noch vieles mehr zu berichten. Das zu akustischer Gitarre, Bass, Perkussion, Piano, Cello und Holzblasinstrumenten erzählt wird. Luai ist ganz sicher etwas Besonderes im Meer des Songwriting.
Songwriting kokett und oldschool-mäßig -von Nataly Dawn
Nataly Dawn schreibt ganz amerikanisch Oldschool-haft als Songwriterin und nimmt klassisch mit Band in einem Raum auf. Dawn ist aber eine junge Frau, die in Frankreich aufwuchs, dann in den USA ein Universitätsstudium Kunst und Literatur absolvierte. "How I Knew Her" ist ihr zweites Soloalbum. Der Sound ihrer Band verweist auf die grobkörnige Unmittelbarkeit traditioneller Folkmusik mit bluesigen Einsprengseln. Dawn wirkt wie college gratuated einerseits, streetwise andererseits. Eine spannungsgeladene Mischung. Dawns Stimme ist kraftvoll bissig, mal hell mal dunkel, und sie gibt sich dabei teils auch kokett sophisticated und spielerisch smart. "How I Knew Her" klingt oft ein bißchen nach Aufnahmen von Sam Phillips, was keineswegs nachteilig ist. Vermutlich hat Dawn auch einige Ahnung von der Songwriterszene in Los Angeles. In Kalifornien lebt sie derzeit. In Dawns exzellenter Band fällt prägend der Gitarrensound auf. E-Gitarrist ist Ryan Lerman. Man findet ihn auch an Banjo und Mandoline. Dawn selber spielt auf der CD akustische Gitarre und einmal Piano. Die Gitarrenarbeit von Lerman und Dawn wird immer wieder stark rhythmisch und kantig. Das Backing von Louis Cole und Matt Chamberlain am Schlagzeug ist sparsam, eckig und klar, der Standbass von David Pitch ruhig und warm. Manche Songpassagen betonen Streicher und Bläser. Die Instrumentalisten der Band arbeiten außer mit Dawn mit namhaften Musikern wie z.B. Bill Frisell, Bonnie Raitt oder K.D. Lang zusammen. Dawn und Band sind sich ihrer musikalischen Präsenz spürbar sicher. Man höre sich nur mal "Back To The Barracks", "Caroline" oder "Please Don't Scream" an. Nataly Dawn entstammt dem Duo Pomplamoose, das sie vor ihren Soloveröffentlichungen mit Jack Conte zusammen formierte. Beide begannen 2008 independent über das Internet. Conte hat das vielversprechende "How I knew Her" produziert. Das in den Prairie Sun Studios in Cotati in Kalifornien aufgenommen wurde, wo zuvor einige von Dawn's Lieblingsalben von Tom Waits entstanden waren. Und sehr eigenwilligen Charakter zeigt entsprechend auch Nataly Dawn.
Tish Hinojosa
"After The Fair"
www.mundotish.com
Luai
"Boulder Thicket"
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Nataly Dawn
"How I Knew Her"
www.natalydawn.tumblr.com
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Thursday, June 12, 2014
Brazil-Clubbing für sommerliche Leichtigkeit und etwas Oberflächlichkeit: Janice Andrade
Janice Andrades Sound of Brazil in Form des Zusammenwirkens von Jazz, elektronischer Elemente und Bossa, das sind brasilianische Rhythmen und Clubsound. Entstanden ist das Album "Janice" durch die Zusammenarbeit der Brasilianerin und Wahleuropäerin Janice Andrade mit dem deutschen Produzenten Christoph Isermann, die beide fast alle Songs für "Janice" selber geschrieben haben. Janice Andrade ist eigentlich Tänzerin und Choreographin und Bewegung und Rhythmus sind ihr mehr als vertraut. Also natürlich auch das Percussionslastige der typischen brasilianischen Musik, die Wurzeln hat in Portugal, Afrika und dem Indigenen. Andrade und Isermann kreieren aus diesen Elementen einen rhythmisch-verspielten aber coolen, hübsch schwebenden, allerdings vielleicht etwas glatten, Brazilian Sound, der sehr geeignet ist zum Relaxen im heißen Sommer. Und vielleicht doch nicht nur für oberflächlich gestylt ist. Das unterkühlte, das Andrade ihrem Album "Janice" als Ergänzung hinzufügt, wirkt wie Eiswürfel im Cockktailglas. Janice Andrades Gesang ist wie für den Bossa Nova spezifisch eher zurückhaltend und fügt sich nahtlos in den Brazil-Clubbing Rhythm dieser Adaption des Bossa, bei der das Jazzige und Elektronische Gewicht erhält. Keyboards, Bass und Programming stammen von Christoph Isermann und einige weitere Musiker haben sich mit eingeklinkt. Musik ist das für Momente des Chillens und der Leichtigkeit mit einer Idee zurückgelehnter Melancholie des Bossa-Lebensgefühls. Das haben insbesondere auch Männer geprägt wie João Gilberto oder Gaetano Veloso und in Musik umgesetzt. Janice Andrade gelingt sich selbstbewußt im Kontext neuer brasilianischer Musik zu zeigen.
Janice Andrades Sound of Brazil in Form des Zusammenwirkens von Jazz, elektronischer Elemente und Bossa, das sind brasilianische Rhythmen und Clubsound. Entstanden ist das Album "Janice" durch die Zusammenarbeit der Brasilianerin und Wahleuropäerin Janice Andrade mit dem deutschen Produzenten Christoph Isermann, die beide fast alle Songs für "Janice" selber geschrieben haben. Janice Andrade ist eigentlich Tänzerin und Choreographin und Bewegung und Rhythmus sind ihr mehr als vertraut. Also natürlich auch das Percussionslastige der typischen brasilianischen Musik, die Wurzeln hat in Portugal, Afrika und dem Indigenen. Andrade und Isermann kreieren aus diesen Elementen einen rhythmisch-verspielten aber coolen, hübsch schwebenden, allerdings vielleicht etwas glatten, Brazilian Sound, der sehr geeignet ist zum Relaxen im heißen Sommer. Und vielleicht doch nicht nur für oberflächlich gestylt ist. Das unterkühlte, das Andrade ihrem Album "Janice" als Ergänzung hinzufügt, wirkt wie Eiswürfel im Cockktailglas. Janice Andrades Gesang ist wie für den Bossa Nova spezifisch eher zurückhaltend und fügt sich nahtlos in den Brazil-Clubbing Rhythm dieser Adaption des Bossa, bei der das Jazzige und Elektronische Gewicht erhält. Keyboards, Bass und Programming stammen von Christoph Isermann und einige weitere Musiker haben sich mit eingeklinkt. Musik ist das für Momente des Chillens und der Leichtigkeit mit einer Idee zurückgelehnter Melancholie des Bossa-Lebensgefühls. Das haben insbesondere auch Männer geprägt wie João Gilberto oder Gaetano Veloso und in Musik umgesetzt. Janice Andrade gelingt sich selbstbewußt im Kontext neuer brasilianischer Musik zu zeigen.
Friday, June 06, 2014
Folkdays aren't over
Bissig und unerschrocken: Weibliche Standfestigkeit und Songwriting - Flip Grater
Selbst mit lieblicher Stimme kann Flip Grater bissig sein. Bissigkeit und Unerschrockenheit sind die Stärke der Singer-Songwriterin. Sie scheint nichts zu fürchten, und kann Unbill und Unwesen trotzen. Ihr Leben ist vermutlich gut, daraus kommt auch die Kraft von lauernden Abgründen, bösen Gefahren und finsteren Gestalten singen zu können. Mit Erotik und Melancholie im meist düsteren Timbre erzählt die Neuseeländerin Geschichten, die in den Pigalle Studios in Frankreich, ihrem derzeitigen Lebensmittelpunkt Paris, aufgenommen wurden. Einfach mit "Pigalle" ist auch dieses 4. Album betitelt. Pigalle, einstige Heimat namhafter Maler und Vergnügungsviertel mit aber auch anspruchsvollen Musikalienhandlungen in der Nähe. Etwas anrüchig kommt Graters Liedgut daher, das aus kantigen, coolen Folk- und Alt-Countrysongs besteht. Sie mag Tom Waits und Nick Cave mögen und darf sich dabei auch an diesen Größen messen, genauso wie an der Authentizität einer Michelle Shocked. Denn"Pigalle" ist ein souveränes Werk, produziert von dem Gitarristen Maxime Delpierre. Auf ihrem eigenen Label Maiden Records hat Grater begonnen ihre Scheiben herauszubringen, auf dem auch andere Musiker schon veröffentlichen konnten. Nebenbei bemerkt: Die über 30-jährige Flip Grater hat zudem schon Musikkritiken, Reisetagebücher und Kochbücher geschrieben und für Radio und Film gearbeitet. Sie ist eine sichere Autorin. Die Lyrics von "Pigalle" analysieren feinsinnig eigene Lebenserfahrung und Beobachtungen anderer Leute Leben. Eher grobkörnig und mit markanten Momenten arbeitet die mitwirkende Band. Flip Grater spielt selber höchst überzeugend eine bewusst karge Gitarre. Und die stimmig agierende klassische Bandbesetzung ist angereichert mit gekonnten Bläsersätzen. Mit den Worten "...And I will take a moment to address my weary soul" endet der Song "My Only Doll". Flip Graters Lyrics sind von der härteren Sorte und wollen nicht nur idyllische sondern auch bittere Wahrheiten herausschälen. Beim Eintauchen in Graters Songwriter-Kosmos braucht man wie die Musikerin selbst etwas Standfestigkeit für ein ziemliches Maß an substanziell Existenzialistischem.
Flip Grater "Pigalle"
Make My Day Records
veröffentlicht: www.melodiva.de
veröffentlicht: titel-kulturmagazin.net
Bissig und unerschrocken: Weibliche Standfestigkeit und Songwriting - Flip Grater
Selbst mit lieblicher Stimme kann Flip Grater bissig sein. Bissigkeit und Unerschrockenheit sind die Stärke der Singer-Songwriterin. Sie scheint nichts zu fürchten, und kann Unbill und Unwesen trotzen. Ihr Leben ist vermutlich gut, daraus kommt auch die Kraft von lauernden Abgründen, bösen Gefahren und finsteren Gestalten singen zu können. Mit Erotik und Melancholie im meist düsteren Timbre erzählt die Neuseeländerin Geschichten, die in den Pigalle Studios in Frankreich, ihrem derzeitigen Lebensmittelpunkt Paris, aufgenommen wurden. Einfach mit "Pigalle" ist auch dieses 4. Album betitelt. Pigalle, einstige Heimat namhafter Maler und Vergnügungsviertel mit aber auch anspruchsvollen Musikalienhandlungen in der Nähe. Etwas anrüchig kommt Graters Liedgut daher, das aus kantigen, coolen Folk- und Alt-Countrysongs besteht. Sie mag Tom Waits und Nick Cave mögen und darf sich dabei auch an diesen Größen messen, genauso wie an der Authentizität einer Michelle Shocked. Denn"Pigalle" ist ein souveränes Werk, produziert von dem Gitarristen Maxime Delpierre. Auf ihrem eigenen Label Maiden Records hat Grater begonnen ihre Scheiben herauszubringen, auf dem auch andere Musiker schon veröffentlichen konnten. Nebenbei bemerkt: Die über 30-jährige Flip Grater hat zudem schon Musikkritiken, Reisetagebücher und Kochbücher geschrieben und für Radio und Film gearbeitet. Sie ist eine sichere Autorin. Die Lyrics von "Pigalle" analysieren feinsinnig eigene Lebenserfahrung und Beobachtungen anderer Leute Leben. Eher grobkörnig und mit markanten Momenten arbeitet die mitwirkende Band. Flip Grater spielt selber höchst überzeugend eine bewusst karge Gitarre. Und die stimmig agierende klassische Bandbesetzung ist angereichert mit gekonnten Bläsersätzen. Mit den Worten "...And I will take a moment to address my weary soul" endet der Song "My Only Doll". Flip Graters Lyrics sind von der härteren Sorte und wollen nicht nur idyllische sondern auch bittere Wahrheiten herausschälen. Beim Eintauchen in Graters Songwriter-Kosmos braucht man wie die Musikerin selbst etwas Standfestigkeit für ein ziemliches Maß an substanziell Existenzialistischem.
Flip Grater "Pigalle"
Make My Day Records
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Monday, April 14, 2014
Friday, April 11, 2014
Eleni Mandell - liebliche Songs manchmal an die späten 50s, frühen 60s oder noch frühere Zeit erinnernd
Eleni Mandell hat die derzeitige Band von Nick Lowe zu ihrer Backing Band für ihr Album "Let's Fly A Kite" gemacht. Die Nick Lowe Band ist erstklassig. Mandells Entscheidung und Agieren ist also schon sehr cool und klingt auch sehr souverän. Und es sind dabei auch einige sehr perfekte Songs entstanden. Aber der natürliche Charme von Eleni Mandell ist manchmal zu wenig zu spüren bei dem, was nun als facettenreich und opulent bezeichnet wirkt und von Mandell selbstbewußt eingesetzt wird. Die Kalifornierin bringt seit den späten 1990er Jahren mit unterschiedlichen Musikern Platten heraus mit Folk und Country Songs, die auch mehr oder weniger dem Pop nah sind. Auf "Let's Fly A Kite" zeigt sie bei ihrer musikalischen Arbeit ein ausgesucht breiteres Spektrum an Stilmitteln. Die Nick Lowe Band trägt mit einem immer auch etwas an die 50s/60s erinnernden Sound ein gutes Maß dazu bei. Neil Brockbank und Robert Treffern haben produziert. Wesentliche Musiker sind Geraint Watkins an Keyboards , Matt Radford am Bass, Martin Winning an Saxofon und Klarinette, Robert Trehern am Schlagzeug und Greg Tawnson an der Gitarre. Die Schönheit von Mandells Songs wird beispielsweie bei "Little Joy", "Anyone Like You"oder "Cool Water" besonders zur Geltung gebracht. "...Let's take a ship /Jumping waves like a couple of dare devils hop and skip / Under the moon and under the stars / Like dreamers do that's what we are" endet "Let's Fly A Kite" mit Lyrics des Stücks "Like Dreamers Do". Das ist eigentlich alles fast wie Erinnerung an die späten 50s und frühen 60s oder an noch frühere Zeit, was Eleni Mandell da gerade tut. Halt einfach wirklich sehr hübsch.
Eleni Mandell
"Let's Fly A Kite"
www.elenimandell.com
veröffentlicht: www.melodiva.de
Tuesday, April 08, 2014
Mit Pedal Steel Gitarrist Geir Sundstol als wichtigem Faktor und mit Pianist Morten Qvenild und Schlagzeuger Erland Dahlen hat Trompeter Nils Petter Molvaer sein neues Album "Switch" eingespielt. Der exzellente Norwegische Jazz Trompeter, der auch Synthesizer und Programming versiert beherrscht, ist zudem Komponist und Produzent und spielt akustische Gitarre. Additional Programming ist von Jon Marius Aareskjold hinzugefügt. Das Zusammenwirken von Trompete und Steel Guitar ist das prägnant Entscheidene für den musikalischen Charakter von "Switch" .
Nils Petter Molvaer begann als Musiker in den 1980er Jahren und zelebrierte mit eigenen Formationen Jazz in Verbindung mit elektonischer Musik. Er war und ist mit seinem Sound dem was Fusion und Ambient ist immer wieder nicht fern. Zusammengearbeitet hat Molvaer auch beispielsweise mit Sidsel Endresen, Bill Laswell , Johannes Enders und Moritz von Oswald.
Im Jazz war Fusion und Artverwandtes zwar noch nie meine Sache. Wurde von mir entschieden prinzipiell weiträumig umgangen. Aber wenn Trompeter wie Toshinori Kondo, Miles Davis oder Don Cherry in den Bereichen des Fusion zu finden waren oder sind, dann höre ich ausnahmsweise zu. Auch bei Nils Petter Molvaer geht es mir jetzt so. Neils Petter Molvaers Musik nennt sich eigenständig Future Jazz. Molvaer lässt mitteilen, dass sich seine Sounds in zwei Welten und mehreren Zeitebenen abspielen, aufbrechend in eine urban globalisierte Zukunft. Große Worte, die er sich irgenwie leisten kann. Auf dem Cover von "Switch" sind visuelle Variationen von Geometrischem, so was wie platonische und archimedische Körper, abgebildet. Zu den hörbaren Melodiegebilden werden seh- und greifbare Kunstgebilde gezeigt. Eigentlich sind die Klanggebilde von Nils Petter Molvaer wie farbig Eratisches in weiten dunklen Räumen. Archimedische Körperwelten der Musik. Das will wohl auch das Booklet vermitteln. Sound und Polyeder... Sound und Formen wie platonische und archimedische Körper...Kann ein Klang wie ein Oktaeder sein? Oder wie ein Ikosidodekaeder? Kann ein Klang wie eine Abwandlung eines Polyeders sein? Und dabei stark farbig? Fragen vielleicht an Synenergetiker. Schöne Fantasiewelten auf jeden Fall. Und jedenfalls sind sowohl die Trompetenklänge von Nils Petter Molvaer als auch die abgebildeten Objekte im Booklet ein Kunstgenuss. Mit Songtiteln wie "Quiet Corners" oder "Somewhere Shady" verortet Nils Petter Molvaer seine symbiotischen Klangwelten aus Jazz und elektronischer Musik. Entspannend und doch über flacher Esoterik. Und aus kritisch ironischer Distanz feministisch gesehen natürlich.
Nils Petter Molvaer
"Switch"
www.nilspettermolvaer.info







