Wednesday, March 26, 2014

Plastikdeko
Naturstück

Fotos:  © Tina Karolina Stauner

Tuesday, March 25, 2014

Farbflächen wirken als Farbflächen wirken als Farbflächen, nicht mehr und nicht weniger? - Marcia Hafif

Weil mich in meiner eigenen künstlerischen Arbeit die Farbflächenmalerei seit langer Zeit beschäftigt, ging ich auch besonders interessiert auf die Weke von Hafif zu.
Die vielleicht allerruhigste Art der Malerei, die auch Hafif betreibt, kann faszinieren in der Schönheit der Monochromie und des Minimalismus.
Es geht nur um Farbflächen und Oberflächen: bei dieser Malerei ist unter anderem "Grundsätzliche Malerei" ein entscheidender Begriff. In diesen Bilderserien folgt eine Bildtafel der nächsten Bildtafel in systematischer Erkundung durch Formate, Bildträger, Farbmaterialien, Malwerkzeugen und Technik.
Werke der 85-jährigen  Amerikanerin Marcia Hafif sind in Ausstellung in der Galerie Rupert Walser:
Marcia Hafif: 13.09.2013 - 26.04.2014


- Sea Garden, 1990 Installation view Galerie Rupert Walser,
München 1990
- Enamel on Wood, Taupe 4008, Paris 1991
Lack/Holz, 140 x 140 cm
Galerie Rupert Walser:  www.rupertwalser.com

Nähere Informationen über die Arbeit der Künstlerin: www.marciahafif.com

Grafik: Tina Karolina Stauner

Sunday, March 23, 2014

Foto: Klangforum Wien

Neues von den Komponisten Aureliano Cattaneo, Beat Furrer und Martin Smolka - Musik von durchaus ruhelosen Geistern


Uraufführungen von Musikstücken (entstanden im Jahr 2013) gab es bei der Musica Viva in München kürzlich zu entdecken. Neben den großen Namen im Konzertsaal in der Residenz  mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Peter Eötvös, der eigene Weke und Komposition von Wolfgang Rihm und Helmut Lachenmann dirigierte, wurden im Februar 2014 in der Muffathalle auch kapriziöse Stücke  für kleinere Besetzung von Aureliano Cattaneo, Beat Furrer und Martin Smolka vorgestellt.

Ein Weile Zeitlosigkeit - Aureliano Cattaneo

Basierend auf der schon einige Jahre existierenden,  vorhergehenden Violinkonzert-Fassung für Orchester, schrieb Aureliano Cattaneo ein anders gefärbtes Violinkonzert für Instrumentalensemble, bei der der Part der Solovioline aber gleich blieb.  Insbesondere die Qualität vom Ensemble des Klangforum Wien brachte dieses höhenbetonte Violinstück zur Geltung. Dirigent war Beat Furrer und  Sophie Schafleitner agierte als Violin-Solistin. Besonders fein wirkte die Backingarbeit der Harfinistin Virginie Tarrête und vor allem auch die des Pianisten Florian Müller. Um solche musikalischen Spannungsfelder ging es dem Komponisten Cattaneo. Romantizismen und Egozentrismen  im Violinspiel von Schafleitner wirkten eher zeitlos als wirklich am Puls der Zeit. Was aber durchaus auch etwas an Reiz hatte. Es war Musik, die Einbildungskraft und Geheimnisvolles exponierte. Mit dem Violinkonzert von Cattaneos konnte man so etwas wie vorübergehend irgendwo ins Zeitlose driften, wenn man es wollte.  Cattaneos kann aber auch avantgardistisch entschlossen kantiger, wenn er will. Aureliano Cattaneo studierte in Mailand und hat neben seiner Arbeit am eigenen Werk nun eine Professur in Barcelona.

Maniristische Gratwanderung - Beat Furrer

Beat Furrer komponiert gern das sogenannt Zersplitterte in seiner eigenen musikalischen Arbeit. Warum er sich mit "Canti della tenebra" für die Vertonung von Gedichten von Dino Campana entschied, einem als  verrückt deklarierten Aussenseiter, einer tragischen Existenz, fragte ich mich. Und auch die von ihm gewählte Sängerin für die Aufführung des Stücks zeigte sich als ein höchst exzentrisches Geschöpf: eine norwegische Sopranistin, und bei anderer Gelegenheit auch Jazzsängerin, mit Namen Tora Augestad. Mit schwarzen Augenbrauen und Wimpern und blonem Langhaar stand sie im giftgrünen, schmalen Kleid auf der Bühne, sich in übersteigerten Manirismen schrill ergehend. Der Dichter Campana, der zur Zeit des Futurismus lebte und schrieb, führte mich aber mit seinem literarischen Material eher zum Denken an Symbolistisches als zu Futuristischem oder Expressionistischem, wie im Programmheft genannt. Ich dachte immer wieder an Porträts von Egon Schiele, schimmernde Farbmosaike von Gustav Klimt, merkwürdige Gemälde von Odilon Redon, aber Futuristisches kam mir nicht in den Sinn. Ich konnte es in Furrers Vertonung nicht finden, nicht in den Texten, nicht in der Komposition, nicht in der Interpretation des Klangforum Wien. Man könnte auch wieder einmal in die literarische Welt Georg Trakels gehen, meinte ich schließlich. Immer wieder in solche Vergangenheit der Kunstgeschichte geriete ich beim Zuhören. Auch Claude Debussy und Gustav Mahler waren diesem Musikstück von Furrer so fern nicht. Avantgardistisches jedenfalls geht eigentlich anders.  Doch ich mochte es durchaus, an Vergangenes erinnert zu werden. Eine Gratwanderung war Furrers "Canti della tenebra", die auf Vergangenheit genauso wie Gegenwärtiges verwies und eine immerhin höchst eigene Klangwelt für sich darstellte. Der Schaffhausener Dirigent und Komponist Beat Furrer ist Gründer und Leiter des Klangforum Wien und hat derzeit eine Professur in Graz und Frankfurt am Main.

Repetitiv,ziseliert und gebrochen - Martin Smolka

Ein sehr sprödes kleines Werk für Streichsextet betitelt mit "Rinzai and St. Francis  watch yellow autumn leaves floating down the river" komponierte der Prager Martin Smolka. Solisten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks näherten sich dabei einerseits der Dynamik des Minimalismus von Steve Reich an, waren aber immer wieder andererseits in völlig versiegenden, zerbröselnden Klängen. Smolka mag bizarre Sounds. Entwickelte den "konkreten Sonorismus" mit Instrumentalklängen wie Alltagsklängen. Mag das Gebrochene, wenn es gleichzeitig höchst konstruiert klingt. Und er sagt: "Poesie hilft...". Mit dem Streichsextet verband Smolka das Bild von Abendsonne und den Worten: "autumn / yellow leaves / serene river floating through woods and meadows / here and there on the smooth surface - a leaf / two monks sit silently / watching water /yet Thoreau / could come" Anders als die Abendkonzerte von Aureliano Cattaneo und Beat Furrer wurde Martin Smolkas Musik bei einer Matinee präsentiert. Blendendes Tageslicht fiel dabei schräg durch Seitenfenster in den abgedunkelten Konzertraum und ließ das Ganze prosaisch wirken. Es war eher schwierig zuzuhören, doch hatte die eigenwillige Smolka-Komposition dafür eine recht nachhaltige Wirkung. Smolka wurde in Prag ausgebildet und unterricht jetzt in Brno zusätzlich zu seiner Komponistentätigkeit.

07.02.14 Muffathalle München
Aureliano Cattaneo
Violinkonzert, 2013
 Klangforum Wien
Beat Furrer
"Canti della tenebra", 2013
 Klangforum Wien
09.02.14 Muffathalle München
Martin Smolka
 "Rinzai and St. Francis  watch yellow autumn leaves floating down the river" , 2013
Solisten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

www.martinsmolka.com
www.aurelianocattaneo.com
www.klangforum.at

veröffentlicht: www.kultura-extra.de

Saturday, March 22, 2014


Architekturdetails München, 2014
 © Tina Karolina Stauner

Sunday, March 16, 2014

«Die zeitgenössische Musik ist nicht bloß ein ästhetisches Phänomen. Mit ihren Netzwerken, Treffpunkten und internen Gruppenbildungen markiert sie zugleich auch einen sozialen Raum, in dem sich bewegt und handelt, wer neue Musik komponiert, aufführt oder rezipiert. Was aber macht diesen Raum aus? Welche Handlungsmuster und -optionen charakterisieren ihn? Gibt es typische Merkmale und Verhaltensweisen im Feld der zeitgenössischen Musik – und was sind deren ökonomische und soziale Rahmenbedingungen?» (Böggemann, Markus, «Soziotop neue Musik:, oder: Was machen wir hier eigentlich?» , Neue Zeitschrift für Musik)

Saturday, March 15, 2014

Folkdays aren't over

Richtung Frühling und für jeden Tag einen hübschen Folk Song. Neuerscheinungen aus der Folkecke machens möglich. Also mein schon immer bestehendes Faible für Folk wieder mal hochhalten? Wie sprießende Blätter und Blüten tauchen gerade jetzt wieder auch manchmal geradezu entzückende Folksongs von neuen Songwritern und Bands überall auf. In der seit ca. 100 Jahren existierenden Folkbewegung entstand in den 1960er Jahren Folkrock und eine inhaltlich auch politische und sozialkrische Bewegung. Heute geht es im Neo und Indie Folk meist mehr um nette, private Befindlichkeiten als um Gesellschaftskritisches, das aber doch, wenn auch oft nur andeutungsweise, vorhanden ist. Einige Folk-CDs habe ich gerade in der engeren Auswahl. Die beste Einspielung davon stammt von Mighty Oaks und heißt "Howl".

 

Mighty Oaks - Großstadt, Naturverbundenheit und holziger Folk Sound

Mighty Oaks haben die Berge und Wälder Amerikas als Coverdesign von "Howl" und die Großstadt  Berlin als Wahlheimat genommen. Aus dem Nordwesten Amerikas, aus England und Italien stammen die Musiker Ian Hooper, Craig Saunders und Claudio Donzelli und haben nun in Deutschland eines der besten Folkalben dieser Tage herausgebracht. "Howl", das ist sehr schön bewandert sein auf akutischen Saiteninstrumenten, und besonders prägnant ist auch das wenn auch nicht harte, aber dafür immer wieder treibende Schlagzeug und der mehrstimmige Gesang. Das gehört zwar zum Gros des Indie Folk, ist aber bei "Howl" unverwechselbar und klingt nicht zu sehr epigonenhaft, auch wenn beispielsweise schon auf Neil Young oder Fleet Foxes verwiesen wird. Und eine Verwandtschaft zu etwa The Lumineers beobachtbar ist. Als holziger Folk wird der Sound von Mighty Oaks also übers Label angekündigt. Die Mighty Oaks lieben die Natursymnolik und spielen mit Romantizimen, die aber eben nicht überbordend sind. Dem ruhig Kontemplativen, manchmal Melancholischen folgt immer sowas wie Frohsein. Und Natürlichkeit ist Hauptdevise. Wirklich jeder Song der CD wirkt dabei Könnerhaft.  Da ist  beispielsweise das feine "Captains Hill" oder das sachte "When I Dream, I See". Mighty Oaks stellen gleich mit ihrem Debut "Howl" eine kleine Größe in der aktuellen Folkszene dar.

Mighty Oaks
"Howl"
www.mightyoaksmusic.com

Sommer fast vorbei. Jazz and Country goes Pop - eine deutsche Band  ganz amerikanesque: Hanna Köpf mit "Lonley Dancer"

Jazz und Country goes Pop mit "Lonely Dancer" von Hanna Köpf In Köln. Für das Album werden  auch typisch amerikanische Instrumente wie Steel Guitar und Dobro gekonnt eingesetzt. "Lonely Dancer" ist eine authentische Mixtur aus Folk, Country, Jazz, Gospel und das mit einer Idee Pop. Songs sind das von Roots wissend und Swingendes kennend, die die Musikerin mit Kölner Jazzern eingespielt hat. Das ist sinnliches Liedgut von feinster Machart. Lieder, die von Hoffnung erzählen, aber nicht zu wenig auch Melancholie spüren lassen. Und unprätentiös wie das Ganze ist, darf es auch sein, weil musikalisches Können und Wissen überzeugen. Nicht allzuviele deutsche Musiker kommen dem Feeling von amerikanischem jazzigen Country und seinen diversen Variationen und Spielarten wirklich und überzeugend nah. Hannah Köpf allerdings gelingt das. Und das auf eine hübsche, facettenreiche  Art, die eventuelle, gelegentliche Popnähe nicht oberflächlich macht, weil immer doch auch wieder raue Roots spürbar sind. Erarbeitet hat Hannah Köpf das Album hauptsächlich mit dem Multiinstrumentalisten Tom Dudek. Und gelernt hat sie nicht nur im Studium, sondern auch von der Musik von Joan Baez und Juni Michell. Mit natürlichen, selbstbewußten, direkten Songs, die dem amerikanischen Songwriting stark verwandt sind, präsentiert sich "Lonly Dancer" als Kleinod.




veröffentlicht: www.culturmag.de

Thursday, March 13, 2014


Fensterfrontspiegelung, Architekturdetails München 2014
© Tina Karolina Stauner

FOTO-COLLAGEN-PROJEKTINFO: CUT-UP-Reportage und -Montage - collagenformatige Fotodokumentation: journalistisch-künstlerische Beobachtungsskizzen

Foto-Abzüge sind in diversen Größen zu haben und auch nach individuellem Auftrag und spezieller Absprache erhältlich. Preise auf Anfrage per mail: tinakaro@arcor.de 
Ein exemplarisches Collagen-Set und Infos hier: www.foto-collage-tks.blogspot.com
 

Tuesday, March 04, 2014

Kleiner Überblick über Frauen im Jazz: aktuelle CDs von Isabel Sörling Farvel, Shoot The Moon und Hanna Paulsberg Concept - Drei neue Formationen, die von Frauen bestimmt werden

Minimalismus ist das Terrain der Jazzer Isabel Sörling Farvel mit Auslotung über  Genregrenzen in Free Jazz, Improvisation, Art Rock, Folk bis zum Bereich der Neuen Musik. Vokale Experimente und Atonales bilden Hauptmerkmale der Musik der Formation, die aus Stimme, Saxofon, Trompete, Piano, Bass und Schlagzeug besteht. Von fargilen, leisen Passagen, bei denen einzelne Instrumente  und der Gesang von Sörling sparsam eingesetzte Mittel sind, wird gewechselt in vollinstrumentierte, überbordende Grooves. Vom Unterkühlten und Zerklüfteten wird der Bogen gespannt in wild ekstatische Klangformen.
Betont ist allerdings insgesamt das Minimalistische, Sachliche, Nüchterne, was den Gesamtcharakter der 2013 von Isabel Sörling Farfel herausgebrachten CD prägt und deren Qualität und Eigenwilligkeit ausmacht, die sie vom Gros der Veröffentlichungen im Jazzsektor abhebt. Etwas spröde und unnahbar wirkt das Ganze und nimmt dann doch teilweise immer wieder packend in manche Parts der Stücke mit hinein.
Die schwedische Sängerin Isabel Sörling kann ihre Stimme fein Solistisch wirken lassen oder ins Musikalische einordnen beinahe wie ein Musikinstrument klingend. Wem Carla Bley oder Sidsel Endresen vertraut sind, wird auch Isabel Sörling Farvels Sound nicht zu fremd sein. "...don't say that I've been away / cause you don't know where I've been today..." singt Sörling und für weltoffene und freigeistige Menschen ist Sörlings Experimentieren und Stimmspielerei auch nichts zu Sperriges oder Abseitiges , sondern Jazz vom best Zeitgemäßen. Die fünf Mitmusiker Kim Aksnes, Otis Sandsjö, Henrik Magnusson, Alfred Lorinius und Carl-Johan Groth verstehen es aufs Einfühlsamste der außergewöhnlich spannenden Jazzstimme Sörlings die richtige Ebene und den großzügig geigneten Spielraum zu geben. (Unit Records)

Shoot The Moon heißt eine Berliner Jazzformation, in der die beiden Musikerinnen Almut Schlichting (Saxofon) und  Winnie Brückner (Stimme) eine entscheidende Rolle spielen. Zusammen mit Tobias Dettbarn (Klarinette), Sven Hinse (Bass) und Max Andrzejewski (Schlagzeug) crossovern sie den Jazz. Bluesige und jazzige Songs, die einen sowohl ganz alltäglichen, als auch abgehoben literarischen Lyrikkosmos kreieren, bringen in durchaus angenehme Laune und sind doch nicht einfach nur Mainstreamware. Almut Schlichting spielt bei  mehreren Gruppierungen mit und ist auch Komponistin, die sich zudem zusätzlich an Theaterprojekten beteiligt. Auch Winnie Brückner hat noch musikalische Parallelkonzepte zu Shoot The Moon. "Big Black Dogs", die dritte CD der Band, spielt sich in einem Bereich ab, der durchaus im eingängigen Songwriting  ist einerseits, und doch auch zum zeitgenössischen Jazz gehört. Ein gutes Maß an Retro-Pop, folkloristischen Elementen und einen Touch Klassik weist das musikalisch ins verquere tendierende  Jazzkonzept der Band auf.
Bestens geeignet für Sommersonntage in Berlin, meinen Shoot The Moon. Doch auch an kalten Tagen und überall lässt sich mit "Big Black Dogs" eine Brise Idylle in den Tag holen. Auch etwas für magische Fische und nicht nur schwarze Hunde soll "Big Black Dogs" sein. Eine hohe Dosis Kaffee kann zur Musik immerhin nicht schaden, sagen wir mal ganz besonders in nächtlichem Ambiente von geheimnisvollem Grün. Dann kommen die warmen Grooves und die imaginative Improvisation manch bizarr schillernder Songs jedenfalls zur totalen Geltung. Musik für fantasievolle Seelen und unruhige Geister immerhin. (Wismart)

Das Hanna Paulsberg Concept aus Norwegen bewegt sich mehr im Traditionalistischen als im Avantgardistischenen des Jazz. Interpretiert wird Jazz, wie er schon seit einiger Zeit wohlbekannt ist, aber das eben auf eine durchaus erfrischend klingende Weise.  Melodisch swingend Improvisatorisches ist Kennzeichen des Konzepts der Band und wird auch auf der aktuellen CD "Song For Josia" umgesetzt. Eher sanft, pastös, zart und locker sind die Saxofonmelodien und der gesamte Sound der Band passt sich dem entsprechend an. Hanna Paulsberg, als studierte und tendenziell erstklassige Saxofonistin, kann sich auf die kongeniale Mitwirkung verlassen von Trygve Fiske am Bass, Hans Hulbækmo an den Drums und Oscar Grönberg am Piano. "Song For Josia" ist Musik für entspanntes Hören, die bei Gesprächen, neben der Arbeit und auch bei Ruhepause keinesfalls irritiert, sondern mit fließend Energetischem und minimalistischen Momenten immer Backing sein kann. Anspieltip, um das Saxofon von Hanna Paulsberg mal kurz anzutesten, ist das zweiminütige "A Coat Of Many Colors". Wer mehr will von Paulsberg, kann zwei CDs des Hanna Paulsberg Concepts entdecken. Und Paulsberg ist noch aktiv mit dem Frauentrio Gurls, mit Torstein Ekspress und mit Trondheim Jazz Orchestra. Sie beginnt sich gerade als Instrumentalistin und Komponistin in der Jazzszene zu behaupten. (Øra Fonogram)

www.isabelsorling.com
www.hannapaulsberg.com
www.shootthemoonberlin.de

veröffentlicht: www.culturmag.de www.aurora-magazin-at

Monday, February 10, 2014

Lichtdesign-Architektur, München, 2014

© Tina Karolina Stauner
 



Sunday, February 09, 2014

Melodisches und Traditionalistisches aus Norwegens Jazzszene

Das Hanna Paulsberg Concept aus Norwegen bewegt sich mehr im Traditionalistischen als im Avantgardistischenen des Jazz. Interpretiert wird Jazz, wie er schon seit einiger Zeit wohlbekannt ist, aber das eben auf eine durchaus erfrischend klingende Weise.  Melodisch swingend Improvisatorisches ist Kennzeichen des Konzepts der Band und wird auch auf der aktuellen CD "Song For Josia" umgesetzt. Eher sanft, pastös, zart und locker  sind die Saxofonmelodien und der gesamte Sound der Band passt sich dem entsprechend an. Hanna Paulsberg, als studierte und tendenziell erstklassige Saxofonistin, kann sich auf die kongeniale Mitwirkung verlassen von Trygve Fiske am Bass, Hans Hulbækmo an den Drums und Oscar Grönberg am Piano. "Song For Josia" ist Modern Jazz für entspanntes Hören, der bei bei Gesprächen, neben der Arbeit und auch bei Ruhepause keinesfalls irritiert, sondern mit fließend Energetischem und minimalistischen Momenten immer Backing sein kann. Anspieltip, um das Saxofon von Hanna Paulsberg mal kurz anzutesten, ist das zweiminütige "A Coat Of Many Colors". Wer mehr will von Paulsberg, kann zwei CDs des Hanna Paulsberg Concepts entdecken. Und Paulsberg ist noch aktiv mit dem Frauentrio Gurls, mit Torstein Ekspress und mit Trondheim Jazz Orchestra. Sie beginnt sich gerade als Instrumentalistin und Komponistin in der Jazzszene zu behaupten.

www.hannapaulsberg.com
veröffentlicht: www.melodiva.de

Friday, January 10, 2014

Architekturdetail, München, 2014
Spiegelung

© Tina Karolina Stauner

Wednesday, January 08, 2014

 Imaginative Improvisation, Retro-Pop, Folkloristisches und Klassik

Shoot The Moon heißt eine Berliner Jazzformation, in der die beiden Musikerinnen Almut Schlichting (Saxofon) und  Winnie Brückner (Stimme) eine entscheidende Rolle spielen. Zusammen mit Tobias Dettbarn (Klarinette), Sven Hinse (Bass) und Max Andrzejewski (Schlagzeug) crossovern sie den Jazz. Bluesige und jazzige Songs, die einen sowohl ganz alltäglichen, als auch abgehoben literarischen Lyrikkosmos kreieren, bringen in durchaus angenehme Laune und sind doch nicht einfach nur Mainstreamware. Almut Schlichting spielt bei  mehreren Gruppierungen mit und ist auch Komponistin, die sich zudem zusätzlich an Theaterprojekten beteiligt. Auch Winnie Brückner hat noch musikalische Parallelkonzepte zu Shoot The Moon. "Big Black Dogs", die dritte CD der Band, spielt sich in einem Bereich ab, der durchaus im eingängigen Songwriting  ist einerseits, und doch auch zum zeitgenössischen Jazz gehört. Ein gutes Maß an Retro-Pop, folkloristischen Elementen und einen Touch Klassik weist das musikalisch ins verquere tendierende  Jazzkonzept der Band auf.
Bestens geeignet für Sommersonntage in Berlin, meinen Shoot The Moon. Doch auch an kalten Tagen und überall lässt sich mit "Big Black Dogs" eine Brise Idylle in den Tag holen. Auch etwas für magische Fische und nicht nur schwarze Hunde soll "Big Black Dogs" sein. Eine hohe Dosis Kaffee kann zur Musik immerhin nicht schaden, sagen wir mal ganz besonders in nächtlichem Ambiente von geheimnisvollem Grün. Dann kommen die warmen Grooves und die imaginative Improvisation manch bizarr schillernder Songs jedenfalls zur totalen Geltung. Musik für fantasievolle Seelen und unruhige Geister immerhin.

www.shootthemoonberlin.de
veröffentlicht: www.melodiva.de

Saturday, January 04, 2014

Souveränes Songwriting vom Allerfeinsten: Tish Hinojosa

Die Fähigkeit zum Schreiben wunderschönster Songs hat die Amerikanerin mexikanischer Herkunft Tish Hinojosa schon immer. Manchmal bis zur Perfektion. Wie diesmal. In ihre Mixtur aus mexikanischem Folk und Singer-Songwriter-Pop hat sie eine ganze Menge gespielte Naivität mit eingebaut.  Gleich die beiden ersten Songs der aktuellen CD "After The Fair" sind ein Inbegriff an Hübschheit und lassen trotzdem auch an Substanziellem nicht missen. "...In this city where I am / Every now and then / I have to bite my tongue / 'Cause I'm feeling / That I don't belong..." ("Cobblestones") Tish Hinojosa lebte längere Zeit in Hamburg und in Berlin wurde nun "After The Fair" aufgenommen. Moe Jaksch hat produziert und auch als einer der prägenden Musiker mitgewirkt. Die annähernd 60-jährige Tish Hinojosa scheint musikalisch irritierend jugendlich und unverbraucht und macht also Nachfolgegenerationen vor, wie erstklassiges Songwriting geht. Singt Hinojosa spanisch ist sie immer dem Traditionsverbunden recht nah. Ihre englischsprachigen Songs hingegen sind nicht selten entdeckenswert reizende Perlen der Popmusik. Joan Baez und Kris Kristofferson, mit denen sie unter anderem auch zusammenarbeitete, sind zwar verwandte Seelen im Country, den Hinojosa durchaus auch verinnerlicht hat. Doch ist Hinojosa dem Pop oft einen guten Touch näher. Und nie gerät sie dabei in zu seichte Gewässer. Die Sängerin und Gitarristin Tish Hinojosa bietet souveränes Songwriting vom Allerfeinsten. Zudem widmet sie sich auch politischen und sozialen Themen und erhielt so schon eine Einladung von namhaften Politikern wie den Clintons.

Tish Hinojosa
"After The Fair"

www.mundotish.com

Thursday, December 12, 2013

Schwerwiegendes - "Rimes - Rhymes" von Lou Reed

Ich orderte Anfang des Jahres 2013 den zu Ausstellungen veröffentlichten Fotoband "Rimes - Rhymes"von Lou Reed. In einigen Europäischen Städten, auch in Deutschland, waren Bilder seiner fotografischen Arbeit unter dem Titel "Rimes - Rhymes" gegen Ende des Jahres 2012 ausgestellt. Ich war an keinem der ausgesuchten Ausstellungsorte. Erhielt aber immerhin ein schweres, großformatiges Fotobuch mit einem Einband in abstakten Formen in Gelb bis Rot. Betrachtet man Reeds Fotos - ein Sammelsurium an Momentaufnahmen sehr eigenwilliger Art, meist Realismus, manchmal Verfremdestes - dann sieht man, dass er nicht ausgebildeter Fotograf und bildender Künstler war. Aber genauso erkennt man, was für einen speziellen Fokus Reed hatte, der dadurch entstanden war, dass er als Musiker eine Einstellung wie Künstler zu allen Dingen und Angelegenheiten des Daseins hatte. Reed war Rock'n'Roll. Und sein Rock'n'Roll war genauso street credible wie art. Reeds Rock'n'Roll war eine Form von Kunst. Genauso wie sein Fotografieren. Ein unglaublich trauriger Moment war es, als die Todesnachricht von Lou Reed am 27.10.13 im Internet aufzutauchen begann und sich rasch verbreitete. Ich hörte mir "Halloween Parade" aus dem New York Album an. Griff zu dem neben mir auf dem Tisch liegenden Fotoband "Rimes - Rhymes" und blätterte darin, in dem bitteren Wissen, Reed nie mehr begegnen zu können. "... Halloween is something to be sure / Especially to be here without you..."

Rimes - Rhyme" ist erschienen bei Editions Photosyntheses in Arles in Frankreich.

RIMES - RHYMES

veröffentlicht: www.culturmag.de

Wednesday, November 06, 2013

Sebadoh - Lo Fi-Attitude: manch ausgesucht Hübsches in spröder, vorwärtstreibender Indierock-Manier

Nach 14 Jahren nun ein weiteres Studio-Album von Sebadoh. Das ist Lo Fi der 90er Jahre transformiert in die jetzige Zeit. Sebadoh bildet neben Dinosaur Jr. ein anderes Bandprojekt von Saiten-Mastermind Lou Barlow, der früher auch noch The Folk Implosion formierte und als Sentridoh veröffentlichte. Barlow prägte bekanntermaßen mit Sebadoh den Indierock nicht unwesentlich.
Das jetzt vorliegende "Defend Yourself" hat die Band, diesmal neben Lou Barlow mit dabei Jason Loewenstein und Bob D'Amico, ganz eigenständig aufgenommen und auch produziert. Unprätentiös und selbstverständlich nicht bahnbrechend neu, aber um so verlässlicher und griffiger und einfach gitarrenrockig über Veränderungen im Leben reflektierend. Sebadoh war schon immer etwas auch für die, die nicht definitive Indierock-Fans waren. Also etwas abseits von jeder Strömung und trendmäßigen Bewegung. Manche hörten Dinosaur Jr. nicht, aber auf jeden Fall Sebadoh. Und wer Pearl Jam ablehnte, war dann eventuell bei Sebadoh.
Hier ein besonderer Touch Melancholie im Song, da bei anderer Gelegenheit wieder ein spezieller Moment der Freude auftauchend, so bereichern die Musiker von Sebadoh einen treibenden, aber mit cool-laid-back Geste gespielten, eher düster gefärbten Sound. Sehr vertraut und wie schon mal gehört wirkt das alles auf "Defend Yourself". Aber so treffend schön dann wieder bei Tracks wie "I Will" oder "Let It Out", dass man sich dem kaum entziehen kann und sagt, man wolle das also doch noch haben. Speziell auch die Sanfheit an Dynamik eben genannter und mancher Songs immer wieder. Darf es also einfach mal was Nettes sein an Harmonien und Gitarrenläufen und an ausgesuchter Trägheit zwischen manchem Mid- und Up-Tempo-Beat? Und auch die hübsche Artwork des CD-Covers von Lou Barlow selbst designt noch dazu? Er lässt offenbar manche Unstimmigkeiten lässig beiseite. Um so eine Einstellung zu zelebrieren, dafür eignet sich die Musik der CD dann tatsächlich. Eine Aussage in "Seperate" ist "...define the "I" that you speak from..."

Sebadoh
"Defend Yourself"

www.sebadoh.com

veröffentlicht: www.culturmag.de

Friday, October 18, 2013

 Songwriting als innere und äußere Kartographie - "Dream River" von Bill Callahan

Kartograph von Emotionalem in seinem ureigen speziellen Songwriterkosmos ist Bill Callahan schon immer. Unterwegs auf durchaus auch intellektuellen Wegen ist er dabei musikalisch mal ausgeprägter romantizistisch und lieblich, mal etwas ruppiger und gradliniger. Oft findet man ihn im Melancholischen, nicht selten im Naturalistischen. Diesmal auf "Dream River" in ausgewählter Leichtigkeit. Musikalisch wird er da eine gute Spur zu verspielt. Weniger ist bei ihm oft mehr. Und diesmal ist er wieder mal mehr in Arrangements eingetaucht, als es eigentlich gut für ihn wäre. Zwar stürzt Callahan nie ganz ab in zu eingängig hübsche Songs. Er besitzt einfach Substanz, die ihn vor sowas bewahrt. Aber er scheint es sich wohl mit "Dream River" zu leicht gemacht zu haben. So wirket es stellenweise. Ganz exquisit ist es leider nicht geraten. Mehr entschiedene Kargheit täte gut. Wie zu manchen Zeiten von Smog, dem Vorgänger-Langzeitprojekt der bisher nun vier Soloalben. Aber starke Momente gibt es auch diesmal natürlich. Sie sind eigentlich gar nicht allzu rar. Wie bei "Ride My Arrow". Und auch Songs wie "The Sing" und "Winter Road" können mit allem versöhnen und überzeugen. Und zwar in guter Songwritertradition. Die Geige als ergänzende Instrumentierung ist jedenfalls das weitaus Bessere als die Querflöte, die teils fast nervt. Schön und gut, das reicht im Fall Bill Callahan nun einmal nicht. So geht die Qualität von "Dream River" nicht immer ganz ins Exzellente. Ist aber eine einigermaßen wohltuende musikalische Songwritingsache. Balsam für die einen oder anderen Überstrapaziertheiten und Musik für ein Stündchen Zurückgelehntheit. Nachmittäglich Kontemplatives. Zwielichtig Verhaltenes bis fein Erlesenes. Und einfach ignorieren, dass die Arrangements gelegentlich gerade am Kitsch vorbeischrammen?

veröffentlicht: www.culturmag.de

Monday, September 16, 2013


Collage: Tina Karolina Stauner Bilder: Intakt und Tina Karolina Stauner

Sylvie Courvoisier und Mark Feldman: Neue Kammermusik - nonkonform und auch konsonant

Sylvie Courvoisier und Marc Feldman im Duo  »Live At Théatre Vidy-Lausanne «, eingespielt 2012, das ist wie die Wiederaufnahme des Konsonanten in die experimentelle New Yorker Downtown-Szene.

Courvoisier und Feldman sind Partner, sowohl im Leben als auch in der Musik, und da mit Piano und Violine. Courvoisiers teils präpariertes Piano ist eine neoklassische und  eigenwillig zeitgenössische Verbindung von europäischem und amerikanischem Spielen und Musikdenken. Feldman ist amerikanischer multiperspektivischer Violinist, der die nonkonformistische Improvisation beherrscht.

Beim Zusammenspiel der beiden Könner wird bei der Aufnahme der 7 Stücke von »Live At Théatre Vidy-Lausanne « fast ein Übermaß an Emotionen spürbar. Statt analysierend darüber zu schreiben wäre Poetisches der Musik und dem Gefühlskosmos des Duos sehr viel näher. Und dem Eintauchen der beiden Instrumentalisten in die Geschichte der Musik der Klassik, der Romantik, des Impressionismus und bis hin zur Zwölftonmusik und wie dies in Spannung gebracht wird zum Experimentellen und Improvisatorischen der New Yorker Gegenwart, wo Courvoisier und Feldman leben und arbeiten. Neue Kammermusik mit reinterpretiertem Jazz ist das. Und kondensiert das bisherige Musikalische der Virtuosen Courvoisier und Feldman, das sich mal einfühlsam sanft, dann wieder kompromisslos harsch darstellt.  Sehr gefühlsgeladen, mit stark romantschen Zügen schon. Dies aber doch aufregend gebrochen durch das mal mehr, mal weniger Schräge der New Yorker alten Gewohnheiten und neuen Erforschungen der Downtown-Avantgarde von Free Jazz bis Improvisation und Neuer Musik, zu der das Paar seit langem in Kollaboration mit namhaften Musikern der Szene gehört. Im Duo sind sie in ihrer ureigenen und besonders poetischen Klangwelt mit feinem Gespür.

Sylvie Courvoisier/Mark Feldman

»Live At Théatre Vidy-Lausanne «

Intakt, 2013