Sunday, May 17, 2015

t o w n s i t e  - ALL YOU CAN SEE
videoserie / visuals: Tina Karolina Stauner
cut-up-montage, collage, kaleidoscope


FOTO-COLLAGEN-PROJEKTINFO: ALL OVER THE TOWN - ALL YOU  CAN SEE
CUT-UP-Reportage und -Montage - collagenformatige Fotodokumentation: journalistisch-künstlerische Beobachtungsskizze aus kulturwissenschftlichem Interesse. Und basierend auf der seit ca. 1850 verwendeten künstlerischen Technik der Collage,  die von Künstlern seitdem immer wieder weiterentwickelt und verfeinert wird, ob traditionell oder avantgardistisch.
ALL YOU CAN SEE: alles was auf städtischem Terrain sehbar ist. Und mein Blick ist dabei kulturwissenschaftlich objektive Beobachtung von Stadtkultur und deren kulturellem Ausdruck auf unterschiedlichen gesellschadtlichen Ebenen  und der Mixtur städtischer Soziotope. 
Sehen ist eigentlich collagen-formatig. Collage und Cut-up sind traditionelle künstlerische Mittel. Cut-up nennt man eine Methode, den Zufall und die moderne Montage in die Literatur einzubeziehen. Sie wurde von Brion Gysin zufällig 1959 entdeckt. Ähnliches war von Max Frisch und James Joyce bereits entwickelt worden. William S. Burroughs wurde zu einem der bekanntesten Protagonisten des Cut-up. Cut-up wurde von Arte als ein spielerisch-frecher Streifzug durch unsere Gesellschaft mit neuem Blick auf ganz gewöhnliche Dinge bezeichnet. Ich habe eine Art Cut-up in ein Fotoprojekt transformiert. Als Journalistin bin ich Dokumentarin der Realität und Bildinhalte geben nicht immer meine Meinung wieder. Als Künstlerin stelle ich aus Bildmaterial cut-up-artig Collagen her. Und zeige einen kleinen Ausschnitt des Sehbaren. Meine Arbeit ist auch als sozial- und gesellschaftskritisch zu vertehen und natürlich insbesondere gegen Gewalt und Missstände zu sehen. Kunst und Kultur kann immerhin beobachten, darstellen und aufklären und mehr als nur dekorativ sein.

Foto-Abzüge in diversen Größen erhältlich und auch nach individuellem Auftrag und spezieller Absprache möglich. Preise auf Anfrage per mail: tinakaro@arcor.de

Wednesday, April 15, 2015

Information Highway vs. On the road - Christian Wallumrød am klassischen Musikinstrument Flügel: Experiences inner space and far out

Der Norwegische Pianist und Komponist Christian Wallumrød hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht. "Pianokammer" hat er selber produziert und  an diversen Venues eingespielt mit Experimentellem in Aufnahmetechnik und Overdubs. Zwischen persönlichen Impressionen und "Far Out"-Experience interpretiert auf dem Flügel ist Melodisches und frei Exkursives angesiedelt mit Erfahrungsbackground im Jazz, Folk, Barock und in der zeitgenössischen Musik. Klänge von und für die, die kontemplative und meditative Stimmungen, Stunden und Tage nicht missen möchten.

Jazz für Nachteulen: Albatrosh

Albatrosh, die Norweger Eyolf Daleam Piano und André Roligheten am Saxofon, haben in einem Osnabrücker Studio das Album "Night Owl" aufgenommen. Contemporary Jazz, der sich auf amerikanische und euopäische Tradition bezieht und Komposition und Improvisation vereint. Sound, nicht Allgemeinjazz sondern durch nächtliche Erfahrungswelten inspiriert immerhin.


Christian Wallumrød
 "Pianokammer"
(Hubro)
Albatrosh
"NightOwl


www.christianwallumrod.com
 www.albatrosh.com
Auf dem Buchmarkt von Pop bis Free Jazz

Popkultur über die Musikszene hinaus auf dem Buchmarkt und an der Uni. Wie schon seit längerem, aber mit neuem Material - Popdiskurs also:

Relevante Bücher und Lektüre zwischendurch über Pop und Kultur und Poptheorie nicht nur über Musik sondern auch bis hin zu Luhmann:
Markus Heidingsfelder "System Pop" (2012, Kadmos) und Diedrich Diederichsen "Über Pop" (2014, Kiepenheuer & Witsch). Beide Autoren lehren neben ihrer freien Arbeit auch an Universitäten.

Free Jazz und Worte - Mr. Brötzmann himself:
Für Leute, die an Free Jazz und Improvisation interessiert sind und durchaus auch das laute, grobkörnigere und brachiale des Saxofons und der Klarinette im Jazz kennen und näher analysieren wollen, gibt es "Peter Brötzmann - Gespräche" (Posth Verlag, 2012). Das Urgestein Brötzmann ist mittlerweile aktive 73 Jahre alt. The Brötz macht auch mal nicht Musik sondern plaudert. Alt werdend und weise.

Thursday, March 12, 2015




trees

Foto: Tina Karolina Stauner

Sinikka Langeland und die Kraft der nordischen Folktradition: "The Half Finished Heaven"

Die halbfinnisch-norwegische Folkmusikerin Sinikka Langeland featured die Kantele, ein Musikinstrument ähnlich der Zither.  Als griffbrettlose Kastenzither gibt es das Instrument hauptsächlich in Finnland, Estland und Karelien. Langelands hat unter anderem eine besondere, fünf Oktaven umfassende Kantele.  Auf dem  Album "The Half Finished Heaven"  finden sich neben den Instrumentalstücken einige Songs  mit Texten des schwedischen Dichters Tomas Tranströmer.   "Kveding" nennt  sich eine traditionelle Art zu singen, an der sich Langeland orientiert. Die Folkmusikerin verbreitet mit ihrem  Gesang und ihren Klängen eine selten zu hörende luzide Klarheit. Zusammen mit  Lars Anders Tomter, (Viola), Trygve Seim(Tenorsaxofon)  und Markku Ounaskari (Perkussion) bewegt sich Langeland selbstsicher in der Traditionen Norwegischen und Finnischen Folkguts in Relation zu zeitgenössisch klassischer Musik und Jazz.  Wie  ein Spaziergang durch die Natur wirkt die Musik von  "The Half Finished Heaven".  Langeland ist dem Mythischen verbunden und der Schönheit der nordischen Landschaft.  Veröffentlichungen seit den1990er Jahren und Formationen wie Trio Mediæval und Sinikka Langelands Ensemble gibt es ausserdem in ihrem Werk  zu entdecken.

Sinikka Langeland
"The Half Finished Heaven"

www.sinikka.no

Thursday, February 19, 2015

Porträt "fine lines"
Foto: Tina Karolina Stauner

Wednesday, February 18, 2015

architecture, stripes, colours and flowers 
Foto: Tina Karolina Stauner

Tuesday, February 17, 2015


Folkdays aren´t over... -Bob Dylan und Grandjean

Dylan: Seine Hoheit auf "Shadows In The Night"  mit gelassener und selbstsicherer Lebens- und Musikererfahrung Sinatra fokusierend

Dylan begann bekanntermaßen in der Folkbewegung der 1950er und 1960er Jahre und wechselte immer wieder zwischendurch auch mal zur Rockmusik. Er gibt sich nun zudem als Crooner mit Balladen und Nähe zum Musical auf seinem neuen Album "Shadows In The Night". Die Stücke sind Neuinterpretationen von Frank Sinatra-Klassikern.
Dylan, selbst längst eine Ikone, hat für diese CD live im Aufnahmestudio mit  langjährigen Bandmitgliedern Tony Garnier (Bass), Stu Kimball und Charlie Sexton (Gitarre) ,  Donnie Herron (Pedal-Steel-Gitarre) und George G. Receli (Perkussion) gearbeitet  und mit einer Bläsersektion insgesamt gut ein Dutzend Mitmusiker um sich geschart. Der mittlerweile 74-jährige Folkmusiker klingt authentisch und existenzialistisch auch wenn er sich mit Adaptionen abgibt. Swinging Dylan nuschelt mit altersrauer Stimme,  aber vieleicht viel zu schaurig-schön um wahr zu sein.

Grandjean: "Together" -mehr oder weniger gelungener Versuch?

Eigentlich der Leichtigkeit verschrieben hat sich der 40-jährige dänische Singer-Songwriter Nikolaj  Grandjean. Aber nichtsdestotrotz  will er als eine Art Wahrheitsfanatiker gelten.  Wie einfach oder schwierig dieses Unterfangen für ihn auch immer sein mag. Von früher Jugend an übte sich Grandjean im Musikmachen, lernte Schlagzeug und Gitarre und schrieb und komponierte eigene Songs und formierte Bands. Obwohl er feststellen musste: "It’s too much work that doesn’t pay off" gibt es das dritte Soloalbum "Together". Melancholisch fragiler Folk in Verbindung mit dezenten Klängen an optimistischem Jazz, Reagge und Pop. Grandjean zwar auf unverkennbar eigenständigem Weg, aber mit manch redundanten Unfiefen.

www.bobdylan.com
www.grandjean.net.net

Thursday, February 05, 2015

white flowers in the city floristics
Fotocollage: Tina Karolina Stauner

Friday, January 16, 2015

wintertrees
Fotocollage: Tina Karolina Stauner

Thursday, January 15, 2015

 Lektüre und Theorie über Musik für zwischendurch und grundsätzlich:

-  "Avant-Pop" und Popzeitschrift von Thomas Hecken
"Avant-Pop - dazu gehört Prada und Lady Gaga, Sonic Youth und Takashi Murakami, "Bitch" und "Mad Men", Anton Corbijn und CocoRosie, dazu gehört in einer nun bereits gesicherten Tradition ein beachtliches Panorama aus Künstlern, Gruppen und Richtungen von den Beach Boys bis Velvet Undeerground, von Richard Hamilton bis Martin Kippenberger, von Rolf Dieter Brinkmann bis William Gibson, von Situationismus bis Op-Art, von Nouvelle Vague bis New Wave..." (aus  "Avant-Pop" /  "Von Susan Sonntag über Prada und Sonic Youth und zurück", Posth Verlag)

- Popzeitschrift von Thomas Hecken - Kultur und Kritik:
www.pop-zeitschrift.de

- "Kunstmusik, Sounddesign und Popkultur - Zugänge zur zeitgenössischen Musik"
"Der vorliegende Text bietet einen Einstieg in die westliche Musik seit Beginn des 20. Jahrhunderts und beleuchtet die Bedingungen, unter denen Musik möglich wird. Musik entsteht nicht im Vakuum, sondern in einem gesellschaftlichen Rahmen, der durch Kultur, Politik, Zeitgeist, Technik, Recht, Ökonomie und anderes mehr geprägt ist..." (aus "Kunstmusik, Sounddesign und Popkultur" von Peter Kraut,Verlag Pfau)

- "Spex - Das Buch" - 33 1/3 Jahre Pop von Max Dax/Anne Waak (Verlag Metrolit)

Zum Thema musicbusiness hat der Veranstalter Bertholt Seliger gerade kritisch und erhellend das Buch "Das Geschäft mit der Musik - Ein Insiderbericht" (Edition Tiamat) herausgebracht.

Sunday, January 11, 2015


Modern Jazz und Rock - Gitarrist Florian Fleischer

Die Alben des Musikers sind jedenfalls gut genug für Songs wie "Monk's Nightmare". Inspiration  holen er und seine Mitmusiker sich anscheinend auch , wie so manch andere, von Bebob -Mitbegründer und absolutem Indivisualisten Thelonious Monk,
Kurz und knapp: Der derzeit in der Musikszene verstärkt auftauchende Mittzwanziger Florian Fleischer ist ein Berliner Gitarrist, der Elemente von Improvisation, Modern- und Avantgarde-Jazz und Rock in mehreren nennenswerten Formationen wie "Das Gelbe vom Ei","Massive Schräge" und dem Florian Fleischer Quintett veröffentlicht. Noch sind das eher musikalische Übungen, aber durchaus schon anhörbar.

www.florian-fleischer.de

Sunday, December 28, 2014

 
wintertrees
Fotos: Tina Karolina Stauner

Saturday, December 27, 2014

Timeless: Facetten der Phantasie des Hans-Joachim Roedelius - "Regentropfen", "In der Dämmerung","Einfach so"....

Hans Joachim Roedelius, 1934 geboren, ist seit 1969 im Kontext von Krautrock, experimenteller Elektronik und Ambient mit Musikern wie z.B. Dieter Moebius, Conrad Schnitzler, Michael Rother (man denke an Neu!), Brian Eno aktiv. Bands und Projekte von ihm waren/sind Kluster/Cluster/Qluster, Harmonia, Aquarello und er gründete mit das Zodiak Arts Lab.
Beim Label Bureau B gibtes CDs damaliger Jahre von Roedelius. Die manche Facette seiner umfangreichen Arbeit und zahlreichen, jahrzehnteübergreifenden Veröffentlichungen (beteiligt an ca. 170 Alben) zeigen.
Die Soloalben "Wie das Wispern des Windes", 1986 auf dem norwegischen Label Citada und "Piano Piano", 1991 auf dem italienischen Label Materiali Sonori veröffentlicht stellen Roedelius am Flügel vor. Tastenmusik pur und rein ohne jede Hinzunahme von Elektronik. Das ist verglichen mit dem experimentellen Elektronikbereich, in dem Roedelius heimisch ist, dann mit Klavieretüden manchmal sogar nicht unweit von romantischem Touch. Und doch auch präzise avantgardistisch-minimalistische Formstrenge mit integrierend. Klavierklänge, auch in Meditatives weisend, fast weltentrückt und doch auf Feinheiten konzentriert in einem Realismus, der zu einer zurückgenommen leisen, beobachtenden Position und Haltung gehört, die alles wahrnehmen kann. Klaviermusik der freien Improvisationen mit eingestreut repetetiven Minimalismen.
Musik, wie eine Zeitreise zürück in die späten 80er, frühen 90er Jahre. Ich blende beim Hören Sequenzen manch französischen Films ein, den ich sah, nordische Landschaftsfotografie, die mich neugierig machte auf den Norden während ich immer wieder im Süden viele Wochen verbrachte und deutsche Provinzidyllen, in die ich mich durchatmend zurückzog und entspannend Abstand vom hektischen Stadtleben fand.
Klaviermusik als eine poetische, melodische Welt für sich. In sich ruhend, nach nichts fragend, nichts fordernd, weit ins Introspektive, Introvertierte gehend. Wie einfach da um alle Oberflächlichkeit und alles nichtssagend Redselige verachtend links liegen zu lassen. Der Schönheit und Unverbrauchtheit der Natur nahe, den Innenstädten mit ihrem lärmenden Großstadtgetriebe fern.
Musik, die wegen ihres hohen Aussagegehalts zeitlos wird und weiter Bedeutung trägt.

"Momenti Felici", 1987 veröffentlicht auf Venture, präsentiert Hans Joachim Roedelius am Klavier abseits der Elektronikszene im Zusammenspiel mit dem Saxophonisten Alexander Czjzek. Das hat dann verglichen mit seinen Klavier-Soloalben manchmal auch Untiefen von New Age und nicht konsequent starke Aussagekraft. Roedelius am Klavier überzeugt zwar, Czjzek am Saxophon aber weniger. Deshalb diese CD marginaler erwähnt.
(Bureau B/Tapete)

www.roedelius.com veröffentlicht: www.kultura-extra.de

fine lines -drawings
Tina Karolina Stauner

Bild: Sylvie Courvoisier
"Birdies For Lulu" - Sylvie Courvoisier und Mark Feldman präsentieren sich präzise und fantasievoll, swingend und witzig

Ein Hersteller gespenstig lebendiger Automaten namens François Junod gab den Auftrag, Rufe für zwei mechanische Vögel, die er gerade baute, zu komponieren. Daraus entstand schließlich "Birdies For Lulu" von Sylvie Courvoisier und Mark Feldman. Das thematische Material so zu handhaben, dass es auf eine Karteikarte passt, führte zu einem großen Teil der konzentrierten Klarheit der "Birdies For Lulu"-Suite, die auf Feldmans notierten oder festgeschriebenen Anweisungen basiert. Courvoisier und Feldman arbeiten für dieses Album mit Scott Colley am Bass und Billy Mintz am Schlagzeug in Neubesetzung zusammen. Was Courvoisier und Feldman auf dem Terrain von Jazz, Improvisation und moderner amerikanischer und europäischer Komposition beitragen, das ist präzise, swingend und witzig. Courvoisier und Feldman sind durch Langzeitzusammenspiel so im Einklang, dass sie wie eine Einheit wirken können. Auf "Birdies For Lulu" gibt es Suite-Parts mit ruhigen Momenten, wie einem Duett, bei dem auf dem Piano Saiten angeschlagen werden mit der einen Hand und Akkorde gegriffen werden mit der anderen Hand, während der Violinist mit sanftem Bogenstrich und weichem Ton flautando spielt. Auffallend gibt sich besonders ein Boogie Rhthmus für Unisono von Bass und Piano. Dazu treibender Schlagzeugbesen, Feldman mit Time-Pizzicato und Doppelgriffen mit Mikrotonalem und breitgestrichenen, kreischenden Bogenklängen. Undurchschaubare Richtungswechsel, reine Klänge innerhalb oder neben der Tonalität, federndes Schlagzeug-Besenspiel sind mit kennzeichnend für das Album. Der Schlagzeuger erweist sich als Klangkünstler und besonders versiert im Hard Swing. In Ergänzung immer wieder das perfekte Arco-Spiel des Basses. Courvoisier am Piano bezieht sich in ihrer Arbeit auf Monk und wie dieser offenen Raum definiert und auch Harmonien und Stimme."Birdies For Lulu" ist gespickt mit Enigmatik und Fantasie.

www.sylviecourvoisier.com
www.markfeldmanviolin.com

Thursday, December 25, 2014

wintertrees
Foto:Tina Karolina Stauner

digitals, minimalism, 2013
Tina Karolina Stauner

Tuesday, December 23, 2014


Folkdays aren't over- "The River & The Thread": Protestsong und Idylle mit Rosanne Cash

 Rosanne Cash, Tochter von Johnny Cash, die weiß, wie man eine Gibson spielt, legte mit "The River & The Thread" einfühlsame Songs vor, die in ihren Bann ziehen. Thematisch zeigte sie speziell Interesse an der Kultur der amerikanischen Südstaaten und auch an Politischem wie dem sogenannten "New Deal". Sie fand sich also auch in der Tradition des Delta-Blues und des sogenannten Protestsongs und nicht nur in schönen, idyllischen Country-, Folk- und Rocksongs. Teils nimmt sie den Sound von Swamp, Gospel oder Appalachian Folk mit hinein. Wichtiger Mitstreiter bei der Einspielung von "The River & The Thread" war der exzellente Gitarrist, Multiinstrumentalist und Produzent John Leventhal, der auch ihr Partner ist. Und es tauchten namhafte Gastmusiker auf wie Kris Kristofferson, Tony Joe White, John Prine und Rodney Crowell. Die fast 60-jährige Rosanne Cash präsentierte sich einmal mehr ungemein kraftvoll und mesmerisierend mit berührendem und erlesenem Songmaterial. Natürlich ist sie weiterhin selbstbewußt in den Fußstapfen ihres namhaften Vaters als Musikerin eine markante Persönlichkeit in der Countryszene.

Rosanne Cash
  "The River & The Thread"
www.rosannecash.com
New Year's Abstraction
Foto: Tina Karolina Stauner

Monday, December 22, 2014

Fire! 0rchestra: Free Jazz mit Soul, aber fragwürdige Textdynamik

Vorwärtstreibende  Strukturen bis andererseits auch träg-klagende bluesige Grundstimmung im Free Jazz sind kennzeichnend für "Enter" des schwedischen Fire! Orchestra mit dem markanten Saxofonisten Mats Gustafsson. Ums Soulige im Klangbild geht es mehr, als um intellektuelle Konstrukte. Um betörende und irritierende Klangerscheinungen auch mit Psychedelik, um mächtige Tenor-Saxofonlinien und um mal sanftere, mal gewaltige, mal improvisierte, mal dirigierte Orchesterarrangements mit fühlbar beseelter Tiefenschwere. Gleichermaßen stark sind die druckvolle Rhythm Section , die facettenreiche Bläserformation und drei ausdrucksvolle Gesangsstimmen. Allerdings sind die Lyics inspiriert durch Saxofonist Joe McPhee aber zu schwerlastig und tendieren zu einer seltsam fragwürdigen Negativdynamik, die einen auf Distanz zurückweichen lässt. 
 Fire! Orchestras CD "Enter" dürfte immerhin gerade richig auftauchen  für jene, die auch die geballte Kraft von Rova Orkestrova schätzen oder die musikalische Wucht, die Last Exit früher verkörpern konnte. Aus dem Trio Mats Gustafsson (Saxophonisten), Johan Berthling (Bass) und Andreas Werliin (Drummer) der schwedischen Szene entstand das Orchestra mit prägenden Elementen aus Free Jazz, Improvisation, Rock und Blues-Funk. Diese Formation zählt annähernd 30 Mitglieder, Musiker die außerdem in anderen Gruppen und Kontexten aktiv sind und sich hören lassen können in Relation beispiesweise auch zu Legendärem wie Charlie Hadens "Liberation Music Orchestra" und Sun Ra.
Einer der Hauptantriebsfaktoren von Fire!Orchestra ist der umtriebige Saxofonist Mats Gustafsson, schon Saxofon-Wolf genannt mit seiner außerst prägnaten Saxofontechnik  und Musik, die Klänge aus Punk, Noise und Electronica nicht ignoriert. Er gehört mit Peter Brötzmann und Ken Vandermark auch zu Sonore und kollaborierte mit zahlreichen Größen der internationalen Musikszene. Mit Fire! Orchestra zeigt Gustafsson sich gerade mit exponiert blueszentrierter Energie im Free Jazz. Aber doch einen zwiespältigen Eindruck hinterlassend.

www.matsgus.com