Sunday, July 24, 2016

  Ein Kommentar für meine anspruchsvollen Leser. Einige neue Artikel und Rezensionen sind noch nicht gepostete. Statt dessen folgendes:

"...Theater der Pop-Musik..." und der Musikszene : Autorensituation und Andershören im Musik-Journalismus - Über journalistische Texte, Bedeutungsverschiebung und falsches Interpretieren diverser Leser journalistischer Rezensionen
  
Faktisches Statement zu meiner journalistischen Arbeit im Independent-Bereich: Und zwar gegen Fehlinterpretation durch Unvermögen oder Absicht manch niveaulos lesender Person und für journalistische Texte und deren Eigenständigkeit und unabhängigen Existenz von dem direkten Kontext, in dem der Musiker, Künstler, Kulturschaffende agiert und in dem sich die Arbeit des Musikers, Künstlers, Kulturschaffenden darstellt. Fakt ist: Beruflich biete ich als Kulturjournalistin kulturinteressierten Lesern Informationen.

Bedeutungsverschiebungen im Musik-Journalismus und im  "...Theater der Pop-Musik..." (Diedrich Diederichsen)

Jedem Musiker,Künstler, Autor muss klar sein, dass es bei der Rezeption seiner Arbeit zu diversen Bedeutungsverschiebungen kommt. Zu Bedeutungsverschiebung beim Gebrauch von Musik und Songs findet sich bei Diedrich Diederichsen folgender Satz: "Auch die Bedeutungsverschiebung, die durch Wiederhören und Interpretieren entsteht und als ein wichtiges Argument für die musikalische Offenheit gilt, ist ja immer eine des Andershörens in Bezug auf ein vorangegangenes Hören." (aus "Über Pop-Musik", 2014) Aber dies gilt nur für das Hören. Ein Andershören jedes Hörers ist selbstverständlich möglich und erlaubt, jedoch ist selbstverständlich nicht erlaubt jedes Andershören meinem Hören und Interpretieren und meiner journalistischen Arbeit zu unterstellen.  Möglicherweise stammt diese Spezies der Lesenden aus dem Mainstream. Aber wahrscheinlich nicht nur von dort. Mehr oder weniger falsches, teils reaktionäres Denken jeder Couleur trifft man auf breiter Linie,  das freies und kritisches journalistisches Arbeiten nivellieren, verfälschen oder unterdrücken will. Jedenfalls ist das mir begegnet.

Verfälschung und willkürliche Interpretation journalistischer Texte

Als anspruchsvolle, engagierte Journalistin lege ich natürlich Wert darauf veröffentlichen zu können ohne dass unzumutbar Verfälschendes über mich in den Kontext gebracht wird. Dieser Kommentar ist gegen niveaulose Personen, welcher politischen Richtung oder Weltanschauung auch immer, die Kunst und Kultur, wie auch z.B. Musikjournalismus, nicht wie ich reflektieren können. Gegen Personen die journalistische Texte in willkürliche, unrichtige Relation bringen und dadurch seriöse kulturelle Arbeit und kulturjournalistische Tätigkeit schädigen. Ich arbeite und veröffentliche als freie Journalistin und Autorin. Und lege insbesondere Wert darauf rezensieren, berichten etc. zu können ohne dabei mit den Inhalten künstlerischer Veröffentlichungen anderer Personen willkürlich in irgendeinen unwahren, fehlinterpretierenden Zusammenhang gebracht zu werden. Meine beobachtend-kritische Perspektive in der Kultur- und Musikszene und den journalistischen Impetus meiner Arbeit lasse ich natürlich nicht in Abrede und in Frage stellen.

Falsches Interpretieren beim Rezipienten von journalistischen Rezensionen

"Performance und Pose: Das Theater der Pop-Musik - ...Rezensionen von neuen Werken der Pop-Musik lesen sich dann auch als Mischung aus der Beurteilung einer künstlerischen Leistung und der des Lebens des Betreffenden, seines Handelns, seiner strategischen Entscheidungen. Oft gelten bei letzterer ethische und politische Kriterien...wobei die Beurteilenden wissen, dass dieses Leben, welches sie exemplarisch beurteilen, ein halb fiktives ist...im Sinne der Spielregeln der Pop-Musik..." Falsches Interpretieren findet sich dabei bei diversen Rezipienten von journalistischen Rezensionen.  "...Entscheidend für Kritik kann allein sein, was sie aus der Arbeit unter dieser Spielregel macht,  bei der nie geklärt sein kann, ob ein Pop-Musiker für sich spricht oder in einer Rolle..." (aus "Über Pop-Musik", 2014, Diedrich Diederichsen)  Als Autorin und  Journalistin bin ich in Reflexion Beobachterin in der Musikszene und mit Text und Bild Dokumentarin von Musikkultur.

Aktueller Lektüretipp zu Musikkultur:  "Über Pop-Musik" von Diedrich Diederichsen, Kiepenheuer & Witsch, 2014

© Tina Karolina Stauner , 2014

Thursday, January 14, 2016

  Ein Kommentar für meine anspruchsvollen Leser und gegen jeden niveaulosen Leser. Einige neue Artikel und Rezensionen sind noch nicht gepostete. Statt dessen folgendes:

"...Theater der Pop-Musik..." und der Musikszene : Autorensituation und Andershören im Musik-Journalismus - Über journalistische Texte, Bedeutungsverschiebung und falsches Interpretieren diverser Leser journalistischer Rezensionen
  
Faktisches Statement zu meiner journalistischen Arbeit im Independent-Bereich: Und zwar gegen Fehlinterpretation durch Unvermögen oder Absicht manch niveaulos lesender Person und für journalistische Texte und deren Eigenständigkeit und unabhängigen Existenz von dem direkten Kontext, in dem der Musiker, Künstler, Kulturschaffende agiert und in dem sich die Arbeit des Musikers, Künstlers, Kulturschaffenden darstellt. Fakt ist: Beruflich biete ich als Kulturjournalistin kulturinteressierten Lesern Informationen.

Bedeutungsverschiebungen im Musik-Journalismus und im  "...Theater der Pop-Musik..." (Diedrich Diederichsen)

Jedem Musiker,Künstler, Autor muss klar sein, dass es bei der Rezeption seiner Arbeit zu diversen Bedeutungsverschiebungen kommt. Zu Bedeutungsverschiebung beim Gebrauch von Musik und Songs findet sich bei Diedrich Diederichsen folgender Satz: "Auch die Bedeutungsverschiebung, die durch Wiederhören und Interpretieren entsteht und als ein wichtiges Argument für die musikalische Offenheit gilt, ist ja immer eine des Andershörens in Bezug auf ein vorangegangenes Hören." (aus "Über Pop-Musik", 2014) Aber dies gilt nur für das Hören. Ein Andershören jedes Hörers ist selbstverständlich möglich und erlaubt, jedoch ist selbstverständlich nicht erlaubt jedes Andershören meinem Hören und Interpretieren und meiner journalistischen Arbeit zu unterstellen.  Möglicherweise stammt diese Spezies der Lesenden aus dem Mainstream. Aber wahrscheinlich nicht nur von dort. Mehr oder weniger falsches, teils reaktionäres Denken jeder Couleur trifft man auf breiter Linie,  das freies und kritisches journalistisches Arbeiten nivellieren, verfälschen oder unterdrücken will. Jedenfalls ist das mir begegnet.

Verfälschung und willkürliche Interpretation journalistischer Texte

Als anspruchsvolle, engagierte Journalistin lege ich natürlich Wert darauf veröffentlichen zu können ohne dass unzumutbar Verfälschendes über mich in den Kontext gebracht wird. Dieser Kommentar ist gegen niveaulose Personen, welcher politischen Richtung oder Weltanschauung auch immer, die Kunst und Kultur, wie auch z.B. Musikjournalismus, nicht wie ich reflektieren können. Gegen Personen die journalistische Texte in willkürliche, unrichtige Relation bringen und dadurch seriöse kulturelle Arbeit und kulturjournalistische Tätigkeit schädigen. Ich arbeite und veröffentliche als freie Journalistin und Autorin. Und lege insbesondere Wert darauf rezensieren, berichten etc. zu können ohne dabei mit den Inhalten künstlerischer Veröffentlichungen anderer Personen willkürlich in irgendeinen unwahren, fehlinterpretierenden Zusammenhang gebracht zu werden. Meine beobachtend-kritische Perspektive in der Kultur- und Musikszene und den journalistischen Impetus meiner Arbeit lasse ich natürlich nicht in Abrede und in Frage stellen.

Falsches Interpretieren beim Rezipienten von journalistischen Rezensionen

"Performance und Pose: Das Theater der Pop-Musik - ...Rezensionen von neuen Werken der Pop-Musik lesen sich dann auch als Mischung aus der Beurteilung einer künstlerischen Leistung und der des Lebens des Betreffenden, seines Handelns, seiner strategischen Entscheidungen. Oft gelten bei letzterer ethische und politische Kriterien...wobei die Beurteilenden wissen, dass dieses Leben, welches sie exemplarisch beurteilen, ein halb fiktives ist...im Sinne der Spielregeln der Pop-Musik..." Falsches Interpretieren findet sich dabei bei diversen Rezipienten von journalistischen Rezensionen.  "...Entscheidend für Kritik kann allein sein, was sie aus der Arbeit unter dieser Spielregel macht,  bei der nie geklärt sein kann, ob ein Pop-Musiker für sich spricht oder in einer Rolle..." (aus "Über Pop-Musik", 2014, Diedrich Diederichsen)  Als Autorin und  Journalistin bin ich in Reflexion Beobachterin in der Musikszene und mit Text und Bild Dokumentarin von Musikkultur.

Aktueller Lektüretipp zu Musikkultur:  "Über Pop-Musik" von Diedrich Diederichsen, Kiepenheuer & Witsch, 2014

© Tina Karolina Stauner , 2014

Thursday, December 31, 2015

Folkdays aren't over...Emily Barker mit authentischem Folk auf "The Toerag Sessions"

Emily Barker und  "The Toerag Sessions"  ist Songwriting pur ohne Beteiligung  ihrer Bandprojekte  The Red Clay Halo and Vena Portae: das neue Album bietet schlicht aber überzeugend Stimme, akustische Gitarre und Mundharmonika. Diese Soloproduktion wurde direkt auf  2-track tape in den Toerag Studios in London von Barker eingespielt und prodziert von Liam Watson. Die Toerag Studios arbeiten analog und mit 50er- and 60erjahre Equipment. Barker nahm live auf, überarbeitete die Stücke dann nicht mehr und verwendete so auch keine overdubs. Ihre Stärke ist reines, gekonntes Fingerpicking auf akustischer Gitarre.
Die Australierin, die in England lebt,  ist vor den Toerag- Einspielungen ihren back catalogue durchgegangen und hat sich auf Songs ihrer solo shows besonnen. Bewußt eingesetzte Einfachheit und wunderschöne Melodien können bezaubern mal mit kristalliner Klarheit, mal mit etwas angerauter Bluesstimmung in authentischem Folk.  Barker sagt über das erarbeiten des Albummaterials: " it was like composing a set list for a gig – You think about mood, arc and flow and trying to keep your listener engaged." Aber natürlich nicht zum flüchtig gedankenlos konsumieren gedacht sind dabei die poetischen Texte, die aus Barkers breitgefächertem Beobachtungsspektrum gefiltert und transformiert sind und die dann mit  erlesenen Melodien versehen ihre Wirkung entfalten. "If a picture paints a thousand words / then a song paints a thousand pictures..." (" Anywhere Away")

Emily Barker
"The Toerag Sessions" 
2015
(Everyone Sang/ rough trade)

Tuesday, December 29, 2015

"Case/Lang/Veirs " - harmonischer Country-Folk-Pop

Fast zeitgleich zur Vinyl-Box  " Truckdriver, Gladiator, Mule" veröffentlichte Neko Case im Trio mit K. D. Lang und Laura Veirs die CD "Case/Lang/Veirs " Manche bezeichnen dies einfach als schönen Dreampop. Ich jedenfalls verliere jedesmal gleich das Interesse Neko Case zuzuhören, in welcher musikalischen Formation auch immer. Sie umhüllt mit hübschen Arrangements, dass ihre Lyrics teilweise nur mies sind. Sie ist immer irgendwie mainstreamig poppig und ungeschönt folkig zugleich und mehr oder weniger kommerziell Americana. Sie ist nur Standard. Ich sehe Neko Case zunehmend  kritisch und zwar seit Jahren  als ich ihr einmal  im Konzert gegenüberstand. Schon immer gibt es diverse andere Songwriterinnen, an deren einzigartigen Fähigkeiten ich keinesfalls zweifle und worauf ich oft auch in Rezensionen hinweise. Von genanntem Trio ist die Songwriterin Kathryn Dawn Lang, die sich kurz K. D. Lang nennt und eigentlich mit kleinen Anfangangsbuchstaben geschrieben wird,  mit ihren eigenen Produktionen erwähnenswerter. Bei ihr hat Country in Verbindung mit Pop besonderes Flair. Die Kanadierin, die im Lauf ihres Lebens  in diversen U.S.-Städten wohnte und arbeitet, schreibt immer wieder bezaubernde Songs. Um noch Laura Veirs zu nennen: Ihre eigenes Songmaterial gehört zum ziemlich fein gesponnenen folkigen Popspektrum. Ihr Partner Tucker Martine fungierte als Produzent des Trios. Das Album "Case/Lang/Veirs "ist harmonischer Country-Folk-Pop, den als CD-Cover eine bunte Landschaftsfantasie des Malers Elliott Green ziert.
"Case/Lang/Veirs "
Anti/Indigo 

Monday, December 28, 2015

Folkdays aren't over: Songwriting, Pop, Protestsong oder Mélange, was soll es sein? Anmerkungen zu Alben von Neko Case

Hier also Gute-Laune-Americana á la Neko Case. Ungeschliffen, eckig und  kantig kann Americana, Alternative Country und Country Noir allerdings jederzeit sein. Ich höre den aktuellen Neko Case-Sampler, der mir vorliegt um die soeben veröffentlichte 9 Scheiben umfassende Vinyl-Box " Truckdriver, Gladiator, Mule" zu repräsentieren. Fragt sich also, Songwriting besser nett und glatt oder eher verschroben und widerspenstig.
Generell: Bekommen wir überhaupt zunehmen mehr Easy Listening im Pop, Songwriting, Jazz etc. als Ablenkung? Soll philosophischer, soziologischer, politischer Diskurs für viele nicht in der Musikkultur sein? Das ist natürlich sofort zu hinterfragen. Tatsächlich sind wohl Songs die gute Laune schaffen ein Weg um Probleme wegzuschieben wenigstens vorübergehend. Ob sich damit grundlegend oder zeitweilig etwas zum Guten verschiebt, ist die andere Frage. Schwierigkeiten in Songs zu verpacken ist eine andere Möglichkeit, die dem Songwriting zueigen ist. Ob sich damit, also mit Bewußtmachung und Bewußtsein schaffen, etwas zum Besseren in der Welt verändern  lässt, ist auch eine Frage. Was hat Joan Baez, früher explizit als Protestsängerin bezeichnet, bisher bewirkt? Es ist vielleicht einfach persönliche Vorliebe, ob jemand Problematiken verdrängen oder verarbeiten will. Und es ist einfach das persönliche Interesse einer Songwriterin/eines  Songwriters, welcher Part ausgesucht wird. Eine Gitarre und Lieder gehören jedenfalls zu unserem demokratischen und friedliche Spektrum, ob hübsch oder sperrig.
Um also nochmal auf Neko Case zu sprechen zu kommen: Die Grafikerin und Malerin Neko Case, die sich dem Songwriting zugewandt hat, konnte mich bisher nicht dazu bringen, mich mit ihrer Arbeit sehr umfangreich zu befassen. Ich hab ihre Songs gelegentlich nebenbei gehört. Obwohl Case-Songs wirklich hübsch klingen und sich eigentlich perfekt, schön und gut anhören.  Für jene, die sich mit Case näher befassen wollen, gibt es die ihre Karriere überspannende Vinyl-Box " Truckdriver, Gladiator, Mule" und damit die Möglichkeit Neko Case zu entdecken. Was ich vorerst neutral weitergebe, weil ich bisher weder für noch gegen sie viel einwenden möchte.

"Case/Lang/Veirs "

Fast zeitgleich veröffentlichte Neko Case im Trio mit K. D. Lang und Laura Veirs die CD "Case/Lang/Veirs " Manche bezeichnen dies einfach als schönen Dreampop. Ich jedenfalls verliere jedesmal gleich das Interesse Neko Case zuzuhören, in welcher musikalischen Formation auch immer. Sie umhüllt mit hübschen Arrangements, dass ihre Lyrics teilweise nur mies sind. Sie ist immer irgendwie mainstreamig poppig und ungeschönt folkig zugleich und mehr oder weniger kommerziell Americana. Sie ist nur Standard. Ich sehe Neko Case zunehmend  kritisch und zwar seit Jahren  als ich ihr einmal  im Konzert gegenüberrstand. Schon immer gibt es diverse andere Songwriterinnen, an deren einzigartigen Fähigkeiten ich keinesfalls zweifle und worauf ich oft auch in Rezensionen hinweise. 

 Neko Case
" Truckdriver, Gladiator. Mule"
Label:  Anti/Epitaph

"Case/Lang/Veirs "
Anti/Indigo 

Thursday, November 26, 2015


Fotocollage: Tina Karolina Stauner 2015 

Jean Paul Gautier in der Hypokunsthalle München
18. September 2015  - 14. Februar 2016

"From the Sidewalk to the Catwalk" - Jean Paul Gaulter: Ein Couturier mal Genie , mal Mittelmäßigkeit, mal Haute Couture, mal Prêt-à-porter, mal Jetset, mal Independentszene, mal High Society, mal Underground, mal fein, mal krass, mal cool, mal kitschig...more about to come soon.
 
www.kunsthalle-muc.de
Jean Paul Gautier

Wednesday, June 17, 2015

Legende des Free Jazz, Harmolodics-Erfinder und Extrem-Ästhet Ornette Coleman lebt seit dem 11.06.15 nicht mehr. Er wurde 85 Jahre alt. Ergänzend zu seinem umfangreichen  Œuvre gibt es in memoriam aktuell die Edition Box "Celebate Ornette". Hier meine Erinnerung an eine seiner  Shows der vergangenen Jahre und meine Begegnung mit ihm beim Jazzfestival Saalfelden 2009:

Blau überspannt den sommerwarmen Bergort. Im Congresshaus, das schickes Festvalzentrum darstellt, verbringe ich Zeit fast wie chillend, relaxt in musikalische Sets mit zumeist eher Feinnervigem hineinhörend. Zwischendurch unterhalten wir Journalisten uns mit den Musikern auf dem Balkon der Lounge Ich stimme mich dabei gedanklich ein auf den Festival-Mainact: Ornette Coleman.
Coleman, der 1960 mit der Veröffentlichung von “Free Jazz” als Neuerer auftrat, startet seinen Auftritt zum Festvalabschluss fast lyrisch, sentimental. Wechselt im ersten Stück zwischen Saxophon und Trompete. Später auch einmal zur Violine, neben der ein Bass gespielt wird wie in einer Cellosuite. Im lilafarbenen, feinrotgestreiften Anzug und schwarzen Basthut, ist der schmächtige, fast 80-jährige Mann, lebende Autorität des Free Jazz, im Zentrum der Bühne und koordiniert ein Spiel, das in seine gesamte Werkgeschichte und sein antiautoritäres Musiksysthem Harmolodics führt. Mit ihm in der Formation die Bassisten Anthony Falanga und Al McDowell und sein 53-jähriger Sohn Denardo Coleman am Schlagzeug. Ein Quartett. Coleman arbeitet damit an sein Original Quartet der 60er Jahre zu erinnern, genauso aber auch die Zeit von Prime Time anzudeuten und begibt sich natürlich ebenso in sein jüngstes Material. Die Übergänge sind wie fließend. Das harmolodische Gedankengebäude besteht im Grunde von Anfang an in Colemans Arbeit, auch schon im Original Quartet, wurde aber erst etwa 1972 zu Prime Time theoretisch mit Worten artikuliert und diskutiert.  Der Grundgedanke ist eine Synthese aus ‘harmony’, ‘movement’ und ‘melody’ bzw. “melodic“, daraus entsteht die Formel ‘harmolodics’’ als ein offenes Spiel. Bei dem die Improvisation Form schafft.  Auch in Saalfelden ist Harmolodics ein sich stets veränderndes Klangbild. Immer wieder werden in diesem Ineinandergehen von Soundflächen und Soundlinien auch Motivkürzel eingefügt, die betont oft wiederholt werden. Selbst Denardo Colemans Schlagzeugarbeit ist davon geprägt. Coleman und seine Mitmusiker können einfühlend zurückhaltend sein, genauso wie härtest strukturierend und vorwärtstreibend sich verhalten. Coleman verlangt vom Musiker wie vom Zuhörer extreme Hörfähigkeit, Bereitschaft zu besonderem musikalischen Denken. Wobei das Ganze mittlerweile etwas gezähmt wirkt, da nicht mehr neu, nicht mehr alternativ, längst den Hörgewohnheiten vieler vertraut. Aber an Ausstrahlungskraft hat der Charismatiker aus Fort Worth Texas nichts eingebüßt. Sicher hat sich sein Spiel etwas verändert. Weniger Widerspenstigkeit, sondern eine unglaubliche Wärme geht nun des öfteren davon aus. Auch im Dissonanten, Atonalen. Coleman soll ja Kreativität und Harmolodics als soziale Botschaft bezeichnet haben, von Beginn an als Visionär von Weltverbesserung gesprochen haben. “Harmolodic meint nicht nur Musik. Sie existiert auch im menschlichen Körper, in dem Sinne, wie das Nervensystem mit dem Wissen korreliert. Es ist ein Weg wahrzunehmen, wie alles auf alles einwirkt.“, so Coleman.
Coleman zeigt sich nach dem Konzert kommunikativ in der Lounge. Und ich interviewe ihn spontan mit ein paar Fragen über Harmolodics.
Harmolodics, zeitlos, ständig in Wandlung begriffen, ist eine musikalische Philosophie. Mit Potential, das eine Weltphilosophie birgt. Velleicht wie der CD-Titel „Sound Grammar“ von 2006 sagt eine Art Grammatik dafür. Für ein musikphilosophisches Programm als Entwurf zu herrschaftsfreiem Diskurs, und Kollektivität.

 Pledge Music veröffentlicht nun "Celebrate Ornette"- ein 15000 Exemplare umfassendes Deluxe Limited Edition Box Set  mit 3 CD’s, 2 DVD’s, 4 Vinyl (180g.).

(Informationen u.a. aus dem Buch "Ornette Coleman - Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten" von Niklas Wilson)

Monday, May 25, 2015


stripes
Fotocollagen:Tina Karolina Stauner 2015

Sunday, May 17, 2015

t o w n s i t e  - ALL YOU CAN SEE
videoserie / visuals: Tina Karolina Stauner
cut-up-montage, collage, kaleidoscope


FOTO-COLLAGEN-PROJEKTINFO: ALL OVER THE TOWN - ALL YOU  CAN SEE
CUT-UP-Reportage und -Montage - collagenformatige Fotodokumentation: journalistisch-künstlerische Beobachtungsskizze aus kulturwissenschftlichem Interesse. Und basierend auf der seit ca. 1850 verwendeten künstlerischen Technik der Collage,  die von Künstlern seitdem immer wieder weiterentwickelt und verfeinert wird, ob traditionell oder avantgardistisch.
ALL YOU CAN SEE: alles was auf städtischem Terrain sehbar ist. Und mein Blick ist dabei kulturwissenschaftlich objektive Beobachtung von Stadtkultur und deren kulturellem Ausdruck auf unterschiedlichen gesellschadtlichen Ebenen  und der Mixtur städtischer Soziotope. 
Sehen ist eigentlich collagen-formatig. Collage und Cut-up sind traditionelle künstlerische Mittel. Cut-up nennt man eine Methode, den Zufall und die moderne Montage in die Literatur einzubeziehen. Sie wurde von Brion Gysin zufällig 1959 entdeckt. Ähnliches war von Max Frisch und James Joyce bereits entwickelt worden. William S. Burroughs wurde zu einem der bekanntesten Protagonisten des Cut-up. Cut-up wurde von Arte als ein spielerisch-frecher Streifzug durch unsere Gesellschaft mit neuem Blick auf ganz gewöhnliche Dinge bezeichnet. Ich habe eine Art Cut-up in ein Fotoprojekt transformiert. Als Journalistin bin ich Dokumentarin der Realität und Bildinhalte geben nicht immer meine Meinung wieder. Als Künstlerin stelle ich aus Bildmaterial cut-up-artig Collagen her. Und zeige einen kleinen Ausschnitt des Sehbaren. Meine Arbeit ist auch als sozial- und gesellschaftskritisch zu vertehen und natürlich insbesondere gegen Gewalt und Missstände zu sehen. Kunst und Kultur kann immerhin beobachten, darstellen und aufklären und mehr als nur dekorativ sein.

Foto-Abzüge in diversen Größen erhältlich und auch nach individuellem Auftrag und spezieller Absprache möglich. Preise auf Anfrage per mail: tinakaro@arcor.de

Wednesday, April 15, 2015

Information Highway vs. On the road - Christian Wallumrød am klassischen Musikinstrument Flügel: Experiences inner space and far out

Der Norwegische Pianist und Komponist Christian Wallumrød hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht. "Pianokammer" hat er selber produziert und  an diversen Venues eingespielt mit Experimentellem in Aufnahmetechnik und Overdubs. Zwischen persönlichen Impressionen und "Far Out"-Experience interpretiert auf dem Flügel ist Melodisches und frei Exkursives angesiedelt mit Erfahrungsbackground im Jazz, Folk, Barock und in der zeitgenössischen Musik. Klänge von und für die, die kontemplative und meditative Stimmungen, Stunden und Tage nicht missen möchten.

Jazz für Nachteulen: Albatrosh

Albatrosh, die Norweger Eyolf Daleam Piano und André Roligheten am Saxofon, haben in einem Osnabrücker Studio das Album "Night Owl" aufgenommen. Contemporary Jazz, der sich auf amerikanische und euopäische Tradition bezieht und Komposition und Improvisation vereint. Sound, nicht Allgemeinjazz sondern durch nächtliche Erfahrungswelten inspiriert immerhin.


Christian Wallumrød
 "Pianokammer"
(Hubro)
Albatrosh
"NightOwl


www.christianwallumrod.com
 www.albatrosh.com